Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:


Di 25

18:30  Andres Veiel: Beuys (OmeU)
20:30  Dark Blood (OmU)

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Special

Kostüm-Bilder im zeitgenössischen Kino

Samstag, 13.05., ab 17:00 Uhr
mit Einführung und anschließender Diskussion

Das Kostümbild ist ein essentieller Teil des ästhetischen Konzepts einer filmischen Arbeit.

Im bewegten Bild ist Kleidung, sobald Menschen zu sehen sind, allgegenwärtig. Trotzdem handelt es sich beim Kostümbild um eines der am wenigsten erforschten Gestaltungselemente visueller Medien. Der Fokus dieser Veranstaltung liegt auf dem Kostümbild, seinen künstlerischen Potentialen und seiner Verwebung mit den weiteren Gestaltungselementen von Filmen.

Anhand von vier Filmen mit unterschiedlichen ästhetischen Konzepten wollen wir Kostümbilder genauer betrachten und diskutieren: »Die Tiefseetaucher« (Kostümbild: Milena Canonero, Regie: Wes Anderson) und »Wendy and Lucy« (Kostümbild: Amanda Needham, Regie: Kelly Reichardt) sowie zwei Vorfilmen aus der Zusammenarbeit von Studierenden der Universität der Künste Berlin, Studiengang Kostümbild und der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, »Etage X« (Kostümbild: Laura Kirst, Regie: Francy Fabritz) und »An der Tür« (Kostümbild: Silvestre Sanchez Strattner, Regie: Miriam Bliese).

Studierende der UdK Berlin und Lisa Meier, Professorin für Film Kostüm Bild an der UdK Berlin, stellen die Filme vor und sind für die anschließenden Q&A anwesend.


17:00 h
Die Tiefseetaucher – The Life Aquatic with Steve Zissou (OmU)
+ Vorfilm: Etage X

USA 2004, 119 min, Regie: Wes Anderson, Buch: Wes Anderson und Noah Baumbach, Kostüme: Milena Canonero, mit Bill Murray, Owen Wilson, Cate Blanchett, Anjelica Huston, Willem Dafoe

Vor Jahren fraß der mysteriöse Jaguarhai den besten Kumpel von Steve Zissou. Nun reist der exzentrische Unterwasserforscher mit neuer Crew, hochfliegenden Plänen und Rache im Sinn auf eine neue Maritim-Exkursion, um der Nemesis Ahabmäßig ins Weiße des Auges zu blicken. Mit an Bord neben der üblichen Crew sind die Journalistin Jane Winslett Richardson, um eine Reportage über die Expedition zu schreiben, und Ned Plimpton, ein angeblicher unehelicher Sohn von Zissou, der, sehr zum Misstrauen von Chefingenieur Klaus, in dessen Fußstapfen zu treten gedenkt.


Vorfilm:
Etage X
D 2016, 14 min, Regie: Francy Fabritz, Kostüme: Laura Kirst, mit Eva Medusa Gühne, Morgana Muses
Eine zufällige Begegnung im Aufzug eines Einkaufszentrums bringt zwei ältere Frauen an ihre Grenzen und zwingt sie zum Improvisieren, als der Aufzug stecken bleibt.


20:00 h
Wendy and Lucy (OmU)
+ Vorfilm: An der Tür

USA 2008, 80 min, Buch: Jon Raymond und Kelly Reichardt, nach der Geschichte »Train Choir« von Jon Raymond, Regie: Kelly Reichardt, Kostüme: Amanda Needham, mit Michelle Williams, Walter Dalton, Will Oldham, Larry Fessenden, John Robinson, Will Patton

Wendy hat nicht mehr als ein paar Dollar in der Tasche. Zusammen mit ihrer Hündin Lucy wohnt sie in einem alten Honda, der sie nach Alaska bringen soll, wo sie auf einen Job in einer Fischfabrik hofft. Doch mitten im Nirgendwo gibt das Auto seinen Geist auf, was sich als Beginn einer großen Pechsträhne erweist. Wendy wird beim Stehlen von Hundefutter erwischt und während sie in Gewahrsan ist, verschwindet auch noch Lucy. Obdachlos und ohne Geld macht sie sich verzweifelt auf die Suche nach der Hündin. Ein alter Wachmann, den Wendy während ihrer Suche trifft, hat als einziger Mitleid mit der jungen Frau und versucht sie nach Kräften zu unterstützen. Fern jeder Sozialromantik schafft Regisseurin Kelly Reichardt ein sehr genaues Bild des Kapitalismus, in dem auf der Erfolgsleiter nach oben alles möglich scheint, der Absturz aber sehr viel wahrscheinlicher ist und der einzelne Mensch nicht mehr viel Wert hat.

Michelle Williams spielt diese junge Frau, die trotz aller Widrigkeiten mit Würde und Stolz versucht, in dieser Gesellschaft zu überleben unglaublich authentisch und kraftvoll.


Vorfilm:
An der Tür
D 2013, 5 min, Regie: Miriam Bliese, Kostüme: Silvestre Sanchez-Strattner, mit Wolfram Koch, Jeanette Hain, Max Zabinski
Ein Mann kommt seinen Sohn bei seiner Exfrau abholen, wie jedes Wochenende. Wie immer wartet er vor der Tür ihres Mietshauses, bis der Sohn die Treppen herunterkommt. Doch an diesem Samstag dauert es länger, der Sohn möchte noch eine Fernsehsendung zu Ende sehen. Und so kommt es, dass sich an der Gegensprechanlage zum ersten Mal seit Langem ein Gespräch zwischen dem getrennten Paar entspinnt. Auf einmal ist die Nähe und Vertrautheit von früher wieder da, es entsteht fast eine Art Flirt. Als der Sohn schließlich die Treppe herunterkommt und das Gespräch damit abrupt beendet, müssen beide mühsam in ihre Rollen zurückfinden.
Ein Film darüber, dass das Schmerzhafteste an einer Trennung die Tatsache ist, dass man sich immer noch nah ist.