Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:



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Mi 25

19:00  Clash (OmU)

Do 26

19:30  Clash (OmU)

Fr 27

keine Vorstellung 

Sa 28

17:00  G20:
Festival der Demokratie?

Video-Abend mit anschließender Diskussion
präsentiert von klassegegenklasse.org
19:00  Clash (OmU)
20:30  Lakino Berlin präsentiert:
La fraternidad del desierto
(OmeU)
in Anwesenheit des Regisseurs Iair Kon

So 29

16:45  Beuys (OmeU)
18:30  Das grüne Gold
in Anwesenheit des Regisseurs Joakim Demmer
22:15  Clash (OmU)

Mo 30

19:00  Clash (OmU)
20:30  EXBLICKS:
Mixed Messages
(OV)
in presence of director Kanchi Wichmann



Fortsetzung folgt…

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K77 wird 25!

20.–25. Juni

Seit der Besetzung vor 25 Jahren bewohnen 30 Erwachsene und Kinder das Gebäudeensemble in der Kastanienallee 77 gemeinschaftlich. Sie verwalten sich selbst, entscheiden im Konsensprinzip und leben den Begriff der sozialen Plastik. Die Kulturprojekte auf dem Areal – K77 Studios, AK Kraak, Comic-Zeichner, Keramik-Werkstatt – sind von Anfang an Bestandteil des Projektes.

Das Lichtblick Kino wurde Mitte der 90er, während der Zeit der Rekonstruktion des Hauses in baulicher Selbsthilfe, schon in die Planung mit einbezogen und zeigt seitdem in der Kastanienallee sein Filmprogramm.

25 Jahre voller Leben und Wandel: Die Filme zeigen Gegenentwürfe zur rein kommerziellen Verwertung von Wohnraum, fangen die Atmosphäre des kollektiven Lebens und sich ständig wandelnden Prenzlauer Bergs ein und handeln auch von der Lust daran, Lebensräume zu teilen. Es sind Filme von arrivierten Filmemacher*innen, Bewohner*innen des Hauses, von durchreisenden Gästen, Aktivist*innen und Chronisten Berlins.

Die Filmreihe rund um 25 Jahre K 77 ist eine Kooperation von K77 und Lichtblick-Kino.


Mittwoch, 21.6., 18:00 Uhr

AK Kraak #6

Sommer 1991, 52 min

1990 tauchte ein ca. einstündiges Videokassettenmagazin im Family-TV-Format aus den Informationsfluten empor, brachte gute Nachricht von unglaublichen Gegenströmungen und von wilden, verborgenen Strudeln im herrschend-erlogenen Einerlei. Das Magazin war aktiv bis 2008.

Die Themen:
- Bienvenido im AK Kraak-Kochstudio: Pizza per tutti
- Die Häuserbewegung kurz vor der Vertragsunterzeichnung – wieso, weshalb, warum?
- Woher kommt eigentlich das BesetzerInnenzeichen?
- Halle: Ein besetztes Haus und viele Eierwürfe auf den Kanzler


Mittwoch, 21.6., 19:30 Uhr

Das ist unser Haus!

D 2016, 65 min, ein Film von Burkhard Grießenauer, Daniel Kunle und Holger Lauinger (Autoren und Produzenten); Produktion realisiert mit Hilfe des SEELAND Medienkooperative e.V.

Räume aneignen mit dem Mietshäuser Syndikat. Gemeineigentum – Selbstorganisation – Solidarität – Seit vielen Jahren gibt es eine Netzwerkstruktur von mehr als 100 Hausprojekten in Stadt und Land, um die Wohnungsfrage nach anderen Werten zu organisieren: das Mietshäuser Syndikat. (syndikat.org), Finanzschwache Gruppen können sich mit der Solidarität anderer ermächtigen und so bezahlbare Räume sichern. Deshalb wächst in immer mehr Köpfen das Interesse an dieser wichtigen Initiative aus der Zivilgesellschaft.

Mit Impressionen aus den Projekten: Freie Hütte (Lübeck), LÜDIA (Hadmersleben), Handwerkerhof Ottensen (Hamburg), Jugendwohnprojekt Mittendrin (Neuruppin), Grether Gelände (Freiburg), 4-Häuser-Projekt (Tübingen).


Mittwoch, 21.6., 20:30 Uhr / Sonntag, 25.6., 20:30 Uhr

Gestern Mitte Morgen

Dokumentarfilm, D 1995, 85 min, Buch, Regie, Kamera & Schnitt: Peter Zach

Der Film »Gestern Mitte Morgen« folgt in seiner Erzählung den Orten aus Alfred Döblins Buch »Berlin Alexanderplatz«: Am Anfang sieht man einen S-Bahnsurfer in einem Zug, der die Station am Alexanderplatz verlässt. Zu Beginn der 90er Jahre war es in den S-Bahnzügen noch möglich die Türen während der Fahrt zu öffnen. Und das machten die Jugendlichen mit Freude. Sie streckten ihre Körper weit aus der S-Bahn bis ein entgegen kommender Zug zu sehen war.

Es war ein Leben ohne Netz, das die Menschen in Berlin nach dem Fall der Mauer führten. Und im zentralen Bezirk Mitte verdichtete sich dieses Lebensgefühl. Hier trafen die gebliebenen DDR Bewohner auf junge Menschen aus aller Welt, deren Neugier sie hierhergezogen hatte. Es kamen junge Lebenskünstler und solche, die es hier werden wollten. Sie fanden, in diesem noch kurz zuvor von der DDR sehr streng bewachten Grenzraum, leerstehende, sofort bewohnbare oder billig mietbare Wohnungen und eine Freiheit, wie sie in ihrer streng kapitalisierten Heimat verschwunden war.

Von diesen Menschen, den Orten ihres Seins, ihren Sehnsüchten und ihrem Alltag, aber auch von ihrer Kunst erzählt der Film »Gestern Mitte Morgen«.

Nur wenige Jahre nach den Dreharbeiten zu diesem Film bekamen viele die Rechnung. Miethaie und Spekulanten übernahmen das Gebiet. Heute leben nur noch wenige der im Film handelnden Personen in diesem Bezirk. Die Freiheit ist auf ein Minimum geschrumpft. Der Bezirk Mitte ist zum Eldorado für Gier und Reichtum geworden. Im Film »Gestern Mitte Morgen« ist die Unschuld und die Hoffnung der damaligen Zeit dokumentiert, es war ein Aufbruch ins Utopische.

Im Film zu sehen sind unter anderem:
Christine Hill, Joanna »Joe« Unett, Guy Bettini, Davide de Bernardi, Joëlle Léandre, Sasha Waltz, Nasser Martin-Gousset, Cécile Mertens, Takako Suzuki, Tristan Honsinger, Yuko Kaseki, Marc Ates/Bodenbach, Staatskapelle Berlin + Motti Kastòn, Christof Schaffelder, Ulrike Steglich, Rainer Blankenburg, Götz Müller-Zimmermann, T. L. Evans, Johnny Zabala, Motion Dance Group, Daniel Spielwein, Jochen Berg, Heike Ellen Marion Stephan, SP38, Jörg Janzer, Brad Hwang, Jürgen Kuttner, Stefanie Schmidt, Chris Wiehe, Christo and Jeanne-Claude, Roland Specker, Volker Wagner, Patricia Schiavo, Sheraya-Sascha Reichel, Banana.


Mittwoch, 21.6., 22:00 Uhr

Lychener 64

Dokumentarfilm, D 2010, 83 min, Regie: Jakob Rühle, Fabio Dondero, Teresina Moscatiello

In meinen vier Wänden bin ich frei und kann so leben, wie ich will. Doch was passiert, wenn das persönliche Kleinod von einer Sanierung bedroht wird? Kämpfen oder aufgeben?

Mit der Wende brach über Ostberlin eine riesige Sanierungswelle herein. 20 Jahre später gibt es immer noch vereinzelte Häuser, die der Modernisierungswut standhalten. Das Haus in der Lychener 64 gehört dazu und muss nun dem Traum der Vollsanierung weichen. Jakob C. Rühle begleitete mit seiner Kamera den Kampf der Bewohner zwischen Kommerz und selbstbestimmten Wohnen.

Das Haus lebt von seinen Mietern, z.B. Karsten, der Geschichte von der guten alten Zeit in der Lychener 64 erzählt. Gemeinsam begleiten wir sie von der Sanierungsbenachrichtung bis zur Umzugskiste.

Dem Regisseur gelingt ein vielschichtiges und tragikomisches Porträt, das vor allem Fragen nach der richtigen Lebensform aufwirft. Es zeigt aber auch wie mit Presslufthammer und Spitzhacke ein Stück Ostgeschichte und Kiezleben zertrümmert wird.


Donnerstag, 22.6., 19:30 Uhr

Rückkehr

Dokumentarfilm, D 2009, 25 min, Regie: Irati Elorrieta Agirre

Ein Videotagebuch über die Zeit der Regisseurin zwischen Berlin und Baskenland


Donnerstag, 22.6., 20:00 Uhr

Carnevalito

1993, 17 min, Regie & Kamera: Katrin Rothe

Dokumentation der er allererste Karneval in Berlin von Urijell organisiert. – Von der K77 zum Kollwitzplatz und zurück!


Donnerstag, 22.6., 20:00 Uhr

Kipp Klip

1993/1994, ca. 3 min, Regie & Kamera: Katrin Rothe

mit Susanne Oppermann und Wolfram Korr in der Bewegungsetage der K77


Freitag, 23.6., 21:00 Uhr

Berlin–Prenzlauer Berg
Begegnungen zwischen dem 1. Mai und dem 1. Juli 1990

Dokumentarfilm, s/w, DDR 1990, 75 min, Regie: Petra Tschörtner, Produktion: DEFA-Studio für Dokumentarfilme, Musik: Balkan-Tourist-Combo, Herbst in Peking, Sender Radio P.

Bilder aus dem Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg in der Wendezeit vor der Währungsunion. »We Need Revolution«, singt »Herbst in Peking« aus dem Prenzlauer Berg in den Trümmern der Mauer am Rande ihres Stadtbezirks. Dabei ist im Mai ’90 schon fast alles gelaufen. Im Prater schwooft Knatter-Karl mit seiner Freundin. Frieda und Gerda im »Hackepeter« sind erschüttert; denn gleich nach dem Fall der Mauer wurde im Tierpark ein Papagei gestohlen. Die Polizei jagt bewaffnete Männer, während Näherinnen erklären, warum die Vietnamesen zuerst entlassen werden. Ein einsamer Gast aus dem Wiener Cafe singt zum Abschied das Lied von der Heimat, während die rumänische Combo zum Balkan-Express zurückeilt. Die Hausbesetzer träumen von Anarchie und Frau Ziervogel, Inhaberin von Berlins berühmtester Würstchenbude Konnopke, segnet das erste Westgeld. Der Tag der Währungsunion ist da. Filipp Moritz besetzt den Prenzlauer Berg.

Der Staatsvertrag zwischen den beiden deutschen Staaten und der Beginn der Währungsunion am 1.7.1990 durchzieht den Dokumentarfilm und zeigt die hohen Erwartungen, die mancher Bürger daran hegt, aber auch die befürchteten negativen Auswirkungen auf die Menschen und die Gesellschaft.


Samstag, 24.6., 20:30 Uhr / Sonntag, 25.6., 19:00 Uhr

K77 Produktionen – im Haus und ums Haus herum

K77 – Die Kastanienallee 77
ein Film von Silke Gänger, 1996, 43 min
Der Dokumentarfilm über das Leben in der K77 in den ersten Jahren nach der Besetzung.
20 Erwachsene und einige Kinder bewohnen die Kastanienallee 77 gemeinsam mit einer Küche, in der zusammen heute noch gekocht und gegessen wird, und einem Bad. Wie geht das? Welche Visionen hatte die Gruppe damals?

K77
ein Fotofilm von Christian Wiesenfeld, 2006, 5 min

Sonntag Morgen in der K77
9 min

Der Zorn Gottes
eine K77 Produktion, 4 min

Le Bad dans le Bad
ein Film von Florian Hülsey und Laurent – Eine experimentelle K77 Produktion, 5 min

Kurz77
Kompilation aus Video und Super-8, zusammengestellt von Carla Moscoso und Silke Gänger, 40 min


Im Kinoprogramm laufen weitere Filme von ehemaligen Bewohner*innen des Hauses K77:
Berlin Regel High School von Alexander Kleider
1917 – Der wahre Oktober von Katrin Rothe