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Special zum Black History Month 2018

Film: Nothing But a Man (Michael Roemer)
Lesung: Verbotenes Land (John Eichler)

am Dienstag, 27.2., 20:00 Uhr

Film

Nothing But a Man (engl. OV)

USA 1964, 92 min, Regie: Michael Roemer, mit Ivan Dixon, Abbey Lincoln, Julius Harris

African-American rail worker Duff Anderson has left his 4-year-old son with a nanny, and now drifts through life with little ambition. Duff’s outlook on life changes when he meets schoolteacher Josie Dawson, a gentle preacher’s daughter. Although Josie’s father disapproves of Duff’s lifestyle, the two eventually marry. Duff and Josie struggle to hold on to their marriage as Duff must face up to the oppressive racism of 1960s America.

The film premiered at the 25th Venice International Film Festival in 1964.

»Nothing But a Man« ist der erste Film des 1939 im Alter von elf Jahren mit einem Kindertransport aus Deutschland geflüchteten Berliners Michael Roemer. Bis heute gilt »Nothing But a Man« als einer der besten schwarzen Filme aller Zeiten. Erzählt wird die Liebesgeschichte zwischen der Predigertochter Josie Dawson (Abbey Lincoln) und dem Arbeiter Duff Anderson (Ivan Dixon) sowie dessen Kampf um eine würdevolle Behandlung als schwarzer Mann im Alabama der 1960er Jahre. In einer Kritik der Washington Post aus dem Jahr 1993 heißt es: »Nothing but a Man« ist einer der sensibelsten Filme über schwarzes Leben, der jemals in diesem Land gedreht wurde.

Trotz dieser und weiterer überragender Kritiken seit der ersten Aufführung 1964 ist Roemers Film berühmter als bekannt; selbst viele Cineasten haben nie von ihm gehört. Wann er zum letzten Mal in einem Berliner Kino gezeigt wurde und ob das überhaupt jemals der Fall war, konnte nicht recherchiert werden.

Michael Roemer, der von sich selbst sagt, dass seine eigene Sensibilität durch Faschismus, die Flucht aus Deutschland und Brecht maßgeblich geprägt wurde, feierte in diesem Jahr seinen neunzigsten Geburtstag und ist noch immer Professor für Amerikanistik und Film an der Yale School of Art.


Lesung

Verbotenes Land

Vor dem Film liest John Eichler aus seinem Debütroman »Verbotenes Land«. Das gerade erschienene moderne Drama ist ein schwarzer deutscher Roman, wahrscheinlich der erste seiner Art, der die Leser mitnimmt in das Leben von Protagonisten, deren Geschichten und Perspektiven in der deutschen Literatur neu sind.

Nicht nur diese Parallele besteht zu »Nothing But a Man«. In einem Handlungsstrang des Romans findet Roemers Film, im Sinne einer Hommage, eine literarisch freie Vertiefung, in der u.a. die Verantwortung von Vätern thematisiert wird.

»Du bist ein Mann, Michael«, hatte Josie nach der Geburt ihrer Tochter zu ihm gesagt. Immer, wenn ihr etwas wirklich wichtig war, nannte sie ihn Michael. Ansonsten war er Mike, und wenn sie mit ihm scherzte manchmal auch Duff; sein Spitzname aus dem Militär. »Aber du bist auch ein schwarzer Mann. Und deshalb wird es dir nicht leichtgemacht, ein Mann zu sein.« Dann hatte sie gelacht. Mike konnte noch immer ihre weißen Zähne sehen. »Ich hoffe, niemand hat dir versprochen, dass es einfach wird. Das wird es nämlich nicht … Aber wir lieben dich, Michael Anderson.«

John-E. Matip Eichler, Sohn einer deutschen Apothekerin und eines kamerunischen Arztes, wurde 1969 in Leipzig geboren. Neben dem Hauptfach Rechtswissenschaften studierte der Volljurist in Leipzig Philosophie sowie später in Berlin Volkswirtschaft. Mittlerweile lebt er in Berlin und Douala. Seine Texte erscheinen regelmäßig in der Huffington Post. Der Debütroman »Verbotenes Land« entstand über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren (2002–2017) und ist als Taschenbuch, Kindle und Tolino über Amazon sowie nach der Leipziger Buchmesse im Buchhandel erhältlich.


Eine Veranstaltung im Rahmen des Black History Month 2018.