Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:


Di 25

17:00  I Am Not Your Negro (OmU)
18:30  Der junge Karl Marx
in Anwesenheit von Gerhard Hanloser & Philippe Kellermann
20:30  Berlin – Filme der Stadt:
Mädchen in Koffer
(OmeU)
in Anwesenheit des Regisseurs Albrecht Hirche

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Mi 26

17:30  I Am Not Your Negro (OmU)
19:00  Youth Wars – Beobachtungen in der deutschen Provinz
in Anwesenheit des Regisseurs Karl Siebig
in Zusammenarbeit mit der Ernst-Busch-Gesellschaft

Do 27

18:00  Beat Beat Heart (OmeU)

Fr 28

keine Vorstellung 

Sa 29

17:30  Somos Cuba (OmU)
19:00  Beat Beat Heart (OmeU)
20:30  Der traumhafte Weg
in Anwesenheit der Regisseurin Angela Schanalec
(verschoben auf 4.5., 19:30 Uhr)
22:30  Toro (OmeU)


Mo 01

keine Vorstellung 

Di 02

17:30  Somos Cuba (OmU)
20:30  Berlin – Filme der Stadt:
Gestern Mitte Morgen
(OmeU)
in Anwesenheit des Regisseurs Peter Zach
22:30  Beat Beat Heart (OmeU)

Mi 03

17:30  Somos Cuba (OmU)
19:00  Beat Beat Heart (OmeU)
22:30  Toro (OmeU)

Fortsetzung folgt…

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Dokumentarfilm

Endstation Bataclan – vom Busfahrer zum Attentäter

Dokumentarfilm, D 2016, 80 min, Regie: Grit Lederer, Alexander Smoltczyk, Buch: Alexander Smoltczyk, Produzentin: Irene Höfer, Kamera: Maurice Weiss, Schnitt: Heidi Leihbecher, Ton: Jerome Kukute u.a., Musik: Andreas Bick, Redaktion: Mechtild Lehning, Produktion: Medea Film Factory

Foto: © medeafilm / Maurice Weiss, Ostkreuz

Alexander Smoltczyk, mehrfach ausgezeichneter Reporter des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel«, hat mit »Endstation Bataclan« einen formal wie inhaltlich außergewöhnlichen Dokumentarfilm gedreht. Einen Film, bei dem der Terrorist Samy Amimour selbst nur als blinder Passagier mitfährt, als Schatten, der oft auf die Gespräche der Fahrgäste fällt. Denn um sie geht es, die Menschen entlang der Linie 148, die Bewohner der nördlichen Banlieues von Paris.

Da ist der Imam, der seine Moschee nur unter Polizeischutz betreten kann, weil er einen Islam in den Farben der Republik predigt. Da ist die ehemals linke Busfahrerin, die sich selbst in die Provinz ausgebürgert hat, weil muslimische Kollegen ihr nicht mehr die Hand geben wollten. Da ist die alte Lehrerin Madame Sauvage, die als einzige geborene Französin in ihrem Sozialbau-Turm aushält, an der Haltestelle »Lenin«.

Der Erzähler – gesprochen von Ulrich Matthes – nimmt den Bus und durchquert die Welt, aus der der Attentäter Samy Amimour kam. Er steigt frühmorgens in den 148er ein und lässt sich von Station zu Station bringen. Jeder Halt ist ein Fenster in eine Welt, die selbst vielen Bewohnern des stolzen Paris eine fremde ist. Es ist bisweilen kaum zu glauben, wie sich die Geschichte und die Geschichten der Französischen Republik durch den sehr gewöhnlichen Bus 148 erzählen lassen, von Asterix bis zur Schoah. Denn auch ein Deportationslager findet sich auf der Strecke.

Aus einer Busfahrt durch die Tarifzone 3 wird eine beklemmende und ungemein anrührende Reise durch die Träume und Trümmerlandschaften der Republik. Das Rätsel Samy Amimour, des Busfahrers und Attentäters, kann der Film nicht lösen, und er will es auch nicht. Aber er zeigt jene Banlieue, aus der Amimour kam. Er zeigt sie in all ihren Widersprüchen, und beweist doch, wie reich diese Welt jenseits der Périphérique ist und wie ärmlich die Existenz eines Attentäters.

Smoltczyk lässt seine Protagonisten zu Wort kommen, der Erzähler taucht nur als innerer Monolog auf, auf der Fahrt zwischen den Stationen. Die Kamera von Maurice Weiss setzt der Fahrt ruhige, gleichsam fotografische Tableaus entgegen.

Der Film ist für den 53. Grimme-Preis 2017 in der Kategorie Information & Kultur nominiert (Preisverleihung am 31. März 2017).

Mi 22.03. 20:00 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs und Autors Alexander Smoltczyk