Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:



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Di 25

20:30  Montags in Dresden
in Anwesenheit der Regisseurin Sabine Michel

Mi 26

20:30  EXBlicks
Die Insel
(OmeU)
in presence of the directors Katalin Simon & Zsolt Vásárhelyi


Fr 28

keine Vorstellung 


So 30

18:30  Das Gegenteil von Grau (OmeU)
in Anwesenheit des Regisseurs Matthias Coers
20:30  Balkan Dreams – Ein Leben in 9/16-Takt (OmU)
in Anwesenheit des Regisseurs Gianluca Vallero



Mi 03

20:30  USSAK (OmeU)
in Anwesenheit des Regisseurs Kyriakos Katzourakis und der Schauspielerin Katia Gerou

Fortsetzung folgt…

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Dokumentarfilm

Hoyerswerda 1991

Die Dokumentation www.hoyerswerda-1991.de ist eine Produktion von out of Focus Film und der Initiative »Pogrom 91«. Die Web-Dokumentation wurde zum 25. Jahrestag des rassistischen Pogroms von Hoyerswerda 1991 am 17.9.2016 veröffentlicht.

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten in zahlreichen Filmen über die Entwicklung der Stadt, den Umgang mit Neonazis und die Erinnerung an 1991 in den vergangenen 25 Jahren. Hintergrundtexte bieten vertiefende und einordnende Informationen. Die Interviews mit 15 Protagonistinnen und Protagonisten sowie über 30 Stunden Filmmaterial wurden in kurzen Infoclips aufbereitet, die in Bereichen wie »Stadtentwicklung«, »Neonazis«, »Opfer rechter Gewalt«, »Justiz« und »Widerspruch« zusammengefasst sind.

»Die besondere Herausforderung bestand darin, die vielen Aussagen der Zeitzeugen und Zeitzeuginnen über den langen Zeitraum von 1991 bis 2017 zusammenzufassen und in kurzen, gut nachvollziehbaren Videoclips aufzubereiten«, berichtet Julia Oelkers von out of focus Filmproduktion. »Unser Anspruch war dabei, viele unterschiedliche Perspektiven auf die Entwicklung der Stadt darzustellen – besonders wichtig war die oft vernachlässigte Sicht der Betroffenen rechter Gewalt. Deshalb kommen neben in Hoyerswerda aufgewachsenen alternativen Jugendlichen verschiedener Generationen auch ehemalige Vertragsarbeiter aus Mosambik zu Wort, die 1991 aus Hoyerswerda vertrieben wurden«, so die Dokumentarfilmerin. Das Projekt möchte auch einen Blick darauf ermöglichen, welche Faktoren eine Rolle spielen, wenn eine Stadtgesellschaft den Umgang mit Neonazis sucht. »Darum haben wir auch mit Aktiven eines Bürgerbündnisses gesprochen, die sich für Flüchtlinge und gegen rechte Aufmärsche engagieren«, sagt Julia Oelkers.

Hintergrund:
Vom 17. bis 23. September 1991 griffen Neonazis gemeinsam mit BürgerInnen die Wohnheime von DDR-VertragsarbeiterInnen und Geflüchteten in Hoyerswerda an. Bis zu 500 Menschen beteiligten sich an dem rassistischen Pogrom, warfen Steine, Flaschen und Molotow-Cocktails, applaudierten den AngreiferInnen und riefen rechte Parolen. Die Polizei sah sich nicht in der Lage, die Angegriffenen ausreichend zu schützen, so dass die BewohnerInnen der Unterkünfte schließlich aus der Stadt evakuiert wurden. Bis zu 1.000 Schaulustige verfolgten und bejubelten den Abtransport der Flüchtlinge in Bussen. Bundesweit berichteten zahlreiche Medien über die tagelangen Attacken. Nur vereinzelt gab es Versuche, die Angegriffenen zu unterstützen. Auf die Biographien vieler der von dem rassistischen Pogrom Betroffenen hatten die damaligen Geschehnisse dramatische Auswirkungen. Die Ereignisse im September 1991 gelten als wichtiges Sozialisationsmoment vieler Neonazis im wiedervereinigten Deutschland. Deshalb werden heute die ProtagonistInnen des NSU auch als »Generation Hoyerswerda« bezeichnet.

Die Web-Dokumentation, die aus vielfältigen Perspektiven über Ursachen, Ablauf und Folgen der tagelangen Angriffe auf Migrantinnen und Migranten 1991 in Hoyerswerda (Sachsen) informiert, wird erstmalig in einer Kinofassung von den FilmemacherInnen präsentiert.

So 26.11. 18:30 Uhr

mit anschließendem Filmgespräch in Anwesenheit des Filmteams