Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:



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Mi 25

19:00  Clash (OmU)

Do 26

19:30  Clash (OmU)

Fr 27

keine Vorstellung 

Sa 28

17:00  G20:
Festival der Demokratie?

Video-Abend mit anschließender Diskussion
präsentiert von klassegegenklasse.org
19:00  Clash (OmU)
20:30  Lakino Berlin präsentiert:
La fraternidad del desierto
(OmeU)
in Anwesenheit des Regisseurs Iair Kon

So 29

16:45  Beuys (OmeU)
18:30  Das grüne Gold
in Anwesenheit des Regisseurs Joakim Demmer
22:15  Clash (OmU)

Mo 30

19:00  Clash (OmU)
20:30  EXBLICKS:
Mixed Messages
(OV)
in presence of director Kanchi Wichmann



Fortsetzung folgt…

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One World Berlin – Human Rights Film Festival

15.–18. Oktober
mit Gästen

Zum 12. Mal findet das One World Berlin Human Rights Film Festival statt. Das Festival zeigt Dokumentar- und Spielfilme, die Menschenrechtsverletzungen aufzeigen, aber auch Aktivist*innen und deren Arbeit porträtieren, als Forum für eine lebendige Auseinandersetzung über Menschenrechte als Gedanke und Praxis. Ein Fokus dieses Jahr sind die Verbrechen des NSU und Hindernisse bei deren Aufklärung und juristischer Ahndung.

Alle Filmvorführungen werden begleitet von Gesprächen mit Filmemacher*innen oder thematischen Expert*innen.

Mehr Informationen unter www.oneworld-berlin.de


Sonntag, 15.10., 18:30 Uhr

Chronik eines Mordes (Deutsche OF)

DDR 1964, 94 min, Regie: Joachim Hasler, mit Angelica Domröse, Ulrich Thein, Jiri Vrstala u. a.

© DEFA-Stiftung / Herbert Kroiss

In diesem Frühwerk des vielseitigen Regisseurs und Kameramannes Joachim Hasler (Kamera bei Der schweigende Stern, Regie und Bildgestaltung bei Heißer Sommer u.a.) spielt Angelica Domröse die Jüdin Ruth Bodenheim, deren Famile von dem SA-Mann Zwischenzahl ermordet wurde. Als dieser nach dem Krieg zum Bürgermeister ihrer Stadt gewählt wird, begeht sie die im Filmtitel benannte Tat. Haslers Talent für Genrekinokino wird in diesem Kriminalfilm für eine frühe Auseinandersetzung mit der Aufarbeitung der NS-Zeit eingesetzt. Der Film thematisiert den Wunsch der jungen Bundesrepublik, die Verbrechen der Nazis schnell zu vergessen und zum Wirtschaftswunder überzugehen – mit verheerenden Folgen dieser Verdrängung für die Opfer. Wir zeigen den Film als historischen Exkurs. Gibt es Parallelen zwischen der juristischen Aufarbeitung und Ahndung damals und dem Umgang mit den NSU-Morden heute?

Mit einer Einführung durch den Filmhistoriker Detlef Kannapin.

In Kooperation mit der Humanistischen Union.


Montag, 16.10., 18:30 Uhr

Free Lunch Society – Komm, komm, Grundeinkommen

Österreich 2017, 90 min, Regie: Christian Tod

Das bedingungslose Grundeinkommen bedeutet Geld für alle – als Menschenrecht ohne Gegenleistung! Visionäres Reformprojekt, neoliberale Axt an den Wurzeln des Sozialstaates oder sozialromantische linke Utopie? Je nach Art und Umfang zeigt das Grundeinkommen sehr verschiedene ideologische Gesichter. Entscheidend ist das eigene Menschenbild, welche Seite der Medaille man sieht: Inaktivität als süßes Gift, das die Menschen zur Faulheit verführt, oder Freiheit von materiellen Zwängen als Chance, für sich selbst und für die Gemeinschaft. Brauchen wir tatsächlich die Peitsche der Existenzangst, um nicht träge vor dem Fernseher zu verkommen? Oder gibt nicht deshalb die Erwerbsarbeit unserem Leben Sinn und sozialen Halt, weil wir es seit Jahrhunderten nicht anders kennen? Und weil wir nie gemeinsam die Freiheit hatten, uns anders zu verwirklichen?

Unbestritten ist das Grundeinkommen eine kraftvolle Idee: Land, Wasser und Luft sind Geschenke der Natur. Sie unterscheiden sich von Privatbesitz, den einzelne Menschen erwirtschaften. Wenn wir aber Reichtum aus der Natur, aus den Gemeinressourcen schöpfen, gehört dieser Reichtum in gleichem Maße uns allen. Von Alaskas Ölfeldern über die kanadische Prärie, zu Washingtons Denkfabriken und zur namibischen Steppe nimmt uns der Film mit auf eine große Reise, und zeigt uns, was das führerlose Auto mit den Ideen eines deutschen Milliardärs und einer Schweizer Volksinitiative zu tun hat.

»Free Lunch Society«, als weltweit erster Kinofilm über das Grundeinkommen, widmet sich einer der entscheidendsten Fragen unserer Zeit.


Dienstag, 17.10., 20:30 Uhr

6 Jahre, 7 Monate, 16 Tage

D 2017, 76 min, Regie: Sobo Swobodnik

In 6 Jahren, 7 Monaten und 16 Tagen, dem Zeitraum in dem der »Nationalsozialistische Untergrund« zehn Morde gegenüber Migranten und einer deutschen Polizistin verübt haben, nähert sich der Regisseur essayistisch in lyrischem Schwarz-weiß dieser unvergleichlichen rechtsextremistischen Mordserie, ausschließlich mit Bildern der zehn Tatorte in einer visuellen kardiographischen Vermessung. Die Orte als stumme Zeugen der Anklage, der Reflexion und Erinnerung. Diese Bilder werden ergänzt von einer Textcollage, bestehend aus Zeitungsmeldungen, Ermittlungsprotokollen, Prozessaussagen, den Statements von Hinterbliebenen und Fachleuten – gelesen von Schauspielern des Berliner Ensembles –, die wiederum eingebettet werden in eine Musik-Ton-Komposition des Berliner Musikers Elias Gottstein (»Guaia Guaia«). Die Orte treten in den Dialog mit den Stimmen der Hinterbliebenen, der Ermittlungsbehörden, der Presse und finden ihren Widerhall in einem tonalen und musikalischen Reflexionsraum.

Anschließend findet ein Gespräch mit dem Regisseur Sobo Swobodnik und dem Filmmusik-Komponisten Elias Gottstein statt.


Mittwoch, 18.10., 18:30 Uhr

Der NSU-Prozess – Das Protokoll des vierten Jahres (Deutsche OF)

D 2017, 85 min, Regie: Franziska Pohlmann, Redaktion: Annette Ramelsberger, Tanjev Schultz, Rainer Stadler, Wiebke Ramm, Produktion: Süddeutsche Magazin, mit Sandra Hüller, Stefan Hunstein, Ulrich Matthes

Das SZ-Magazin hat in jedem Jahr des NSU-Prozesses in München eine szenische Lesung ausgewählter Protokolle produziert. Die Protokolle des vierten Jahres lesen die Schauspieler*innen Sandra Hüller, Stefan Hunstein und Ulrich Matthes; in diesen Protokollen befinden sich erstmalig die Aussage der Angeklagten Beate Zschäpe.

Mit freundlicher Genehmigung von Süddeutsche Magazin


Mittwoch, 18.10., 20:30 Uhr

Deutschland im Herbst

D 1977–1978, 123 min, Regie: Rainer Werner Fassbinder, Bernhard Sinkel, Alf Brustellin, Maximiliane Mainka, Hans-Peter Cloos, Alexander Kluge, Beate Mainka-Jellinghaus, Peter Schubert, mit Mario Adorf, Heinz Bennent, Wolf Biermann, Vadim Glowna, Helmut Griem, Hannelore Hoger, Franziska Walser, Angela Winkler

Herbst 1977: Deutschland ist überschattet von den Auseinandersetzungen um die terroristischen Aktionen der RAF: der Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer wird entführt und ermordet, ein Lufthansa-Jet wird von Palästinensern nach Mogadischu entführt und im Hochsicherheitstrakt von Stammheim sterben die RAF-Häftlinge Gudrun Ensslin, Jan Carl Raspe und Andreas Baader, deren Begräbnis unter massivem Polizeieinsatz stattfindet. Diese angespannte politische Situation in Deutschland war Anlass für elf namhafte Filmemacher, Position zu beziehen und der Nation einen Spiegel vorzuhalten. In unzusammenhängenden Episoden beschreiben sie ihre ganz persönliche Sicht der Ereignisse. Ein Film mit Bildern, die niemals im Fernsehen liefen und von denen die Zeitungen nicht Bericht erstatteten.

Wir zeigen den Film zum Abschluss des Festivals am 18. Oktober, dem 40. Todestag von Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan-Carl Raspe.

zu Gast: Hans-Christian Ströbele