Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:



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So 18

16:00  Revolution! – Gesellschaft und Politik im Umbruch
Trotz alledem!

mit anschließendem Gespräch mit Erik Natter, Politikwissenschaftler und Stadtführer
19:30  Gotti’s Sneak-Review
präsentiert von Martin »Gotti« Gottschild
21:45  Reise nach Jerusalem (DF)

Mo 19

18:00  Reise nach Jerusalem (DF)
20:00  Audre Lorde – The Berlin Years (OmU)
in Anwesenheit der Regisseurin Dagmar Schulz und der Co-Autorin Ika Hügel-Marshall
(Anwesenheit leider abgesagt)

Di 20

18:00  Reise nach Jerusalem (DF)
20:00  Deckname Jenny
in Anwesenheit des Filmteams


Do 22


Fr 23

keine Vorstellung 



Mo 26

18:30  Reise nach Jerusalem (OmeU)
20:30  Berlin – Filme der Stadt
Mädchen in Koffer
(OmeU)
in Anwesenheit des Regisseurs Albrecht Hirche



Do 29


Fr 30

keine Vorstellung 



Mo 03

18:30  Reise nach Jerusalem (OmeU)
20:30  Berlin – Filme der Stadt
Mädchen in Koffer
(OmeU)
in Anwesenheit des Regisseurs Albrecht Hirche

Di 04

20:00  Berlin – Filme der Stadt
Berlinized
(OmeU)
in Anwesenheit des Regisseurs Lucian Busse


Fortsetzung folgt…

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Filmreihe

Hommage an Terence Hill

November & Dezember 2018

Terence Hill hat mit seinem echten Namen Mario Girotti in vielen wichtigen Filmen des italienischen Kinos gespielt. Ein Beispiel ist »Der Leopard« von Luchino Visconti. Seine Karriere startete international dank der Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Bud Spencer. Wie der Filmkritiker Goffredo Fofi berichtet hat Enzo Barboni, ehemaliger Kameramann von Sergio Leone, das erfolgreiche Paar Terence Hill und Bud Spencer, zusammengebracht. Ähnlich wie Stan und Olli wurden sie so zu zwei sympathischen Helden des Spaghetti-Western und erreichten mit ihren Filmen eine große Masse an Zuschauern, die keine Lust mehr an Brutalität und der Ernsthaftigkeit des italienischen Kinos jener Zeit hatten und die ihre „Kindheit“ wieder entdecken wollten.

Die Hommage zeigt fünf Filme, in denen Terence Hill ohne Bud Spencer spielt.

In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Berlin.
Kuratiert von Christos Acrivulis.


Mittwoch, 14.11., 18:30 Uhr

Renegade, un osso troppo duro – Renegade (OmU)

Italien 1987, 92 min, Regie: Enzo Barboni, mit Terence Hill, Robert Vaughn, Ross Hill, FSK: ab 12 Jahren

Luke Mantee liebt die Freiheit. Mit Jeep und Pferd »Joe Brown« auf einem Anhänger fährt er durchs Land. Die Ruhe hat vorerst ein Ende als ihn Moose, sein bester Freund aus Vietnam-Zeiten, darum bittet sich um seinen jugendlichen Sohn Matt zu kümmern. Moose hat im Gefängnis ein Stückchen Land beim Pokern gewonnen, auf dem Luke nun mit Matt leben soll bis Moose selbst aus dem Gefängnis wieder entlassen wird. Luke kann sich zwar nur schwer mit dem Gedanken anfreunden, willigt aber schließlich doch ein. So machen sich Luke und Matt auf den weiten Weg nach »Green Heaven«, doch schon bald müssen sie erfahren, dass es da jemanden gibt, der einige Hebel in Bewegung setzt, damit sie das Ziel der Reise nicht erreichen. So haben sie es auf einmal mit streitlustigen Truckern, nächtlichen Killern und ganzen Rockerbanden zu tun. Es gelingt ihnen aber schließlich doch »Green Heaven« zu erreichen, aber damit sind ihre Probleme noch nicht ausgestanden. Sie werden zwar von freundlichen Nachbarn empfangen, müssen sich aber trotzdem noch der Schikanen des örtlichen Sheriffs und diverser Anwälte und dessen Schlägern erwehren, die vorgeben das Land im Auftrag eines gewissen Lawson kaufen zu wollen. Als dieser mit immer heftigeren Mitteln versucht das Land an sich zu reissen, wird es Luke schließlich zu bunt. Er beschließt sich persönlich um diesen Lawson zu kümmern.

Terence Hill spielt hier an der Seite seines Adoptivsohnes Ross, für den die Rolle des Matt leider die erste und letzte große Rolle seiner Karriere blieb. Er verstarb am 30. Januar 1990 bei einem Autounfall.

Die Zusammenarbeit zwischen Vater und Sohn entstand eher zufällig. Ross war für die Rolle des Matt ursprünglich nicht vorgesehen. Als er jedoch das Drehbuch gelesen hatte, schlug er seinem Vater eher scherzhaft vor, dass er doch die Rolle spielen könnte. Terence gefiel die Idee und organisierte ein Vorsprechen. Ross überzeugte und bekam die Rolle.

»Renegade« ist die siebte und letzte Zusammenarbeit von Terence Hill mit Regisseur und »Trinity«-Schöpfer Enzo Barboni (Künstlername: E.B. Clucher).

E.B. Cluchers Sohn, Marco Tullio Barboni, schrieb das Drehbuch zu »Renegade«. Er hat zudem direkt zu Beginn des Films einen Cameo-Auftritt als Golfer.

In der britischen Version des Films fehlen die Szenen in denen Ross sein sogenanntes Butterfly-Messer zückt. In Großbritannien waren diese Messer zu der Zeit schon verboten und man wollte keine »Werbung« dafür in dem Film sehen. Die Länge der Schnitte beläuft sich auf 34 Sekunden. Auch aus dem damaligen Trailer wurde eine solche Szene in Großbritannien entfernt.

Der Soundtrack des Films stammt aus der Feder von Mauro Paoluzzi. Prominent ergänzt wurde der Soundtrack durch die Songs Call me the Brezen und Simple Man der US-amerikanischen Rockband Lynyrd Skynyrd. Der komplette Soundtrack wurde 1988 veröffentlicht. Außerdem gab es eine Single-Veröffentlichung des Song Let me be the one von Nicolette Larson.

Der Film wurde in Arizona gedreht, in den Orten Phoenix, Sedona, Mormon Lake und Flagstaff.


Mittwoch, 21.11., 20:00 Uhr

Don Camillo – Keiner haut wie Don Camillo (OmU)

Italien 1983, 126 min, Regie: Terence Hill, mit Terence Hill, Colin Blakely, Mimsy Farmer, FSK: ab 6 Jahren

In einem kleinen Dorf in der italienischen Po-Ebene kommt es immer wieder zu Reibereien zwischen dem Dorfpfarrer Don Camillo und dem kommunistischen Bürgermeister Peppone. Egal ob beim Wildern im fremden Jagdrevier oder beim Glücksspiel in der Kneipe, ständig kommt es zu Streitereien zwischen den Beiden. Als ein Fußballspiel zwischen der Mannschaft Camillos und der Peppones in eine große Schlägerei ausartet muss Camillo sogar beim Bischof antreten, da dieser über die wenig friedliche Art des Umgangs miteinander ziemlich besorgt ist. Er droht Camillo mit Versetzung in ein Bergdorf, falls sich so etwas nochmal wiederholen sollte. Trotz aller Unstimmigkeiten bittet Peppone den Pfarrer um Hilfe. Denn als er im Fußball-Toto eine hohe Summe gewinnt, möchte er dies gerne geheim halten, da von ihm als Kommunist natürlich erwartet wird, das Geld der Partei zukommen zu lassen. Weil er das Geld aber für sich alleine haben möchte, bittet er Camillo das Geld für ihn heimlich abzuholen. Dieser tut das auch, zwingt Peppone aber nebenbei zu einer großzügigen Spende zum Bau eines Freizeitheims. Diese Erpressung sorgt natürlich für weitere Spannungen zwischen den Beiden und so versucht Peppone den angekündigten Besuch des Bischofes, der das Freizeitheim segnen möchte, zu sabotieren. Auf Druck der Bevölkerung weicht er aber von dem Plan ab und so wird dem Bischof ein friedliches und harmonisches Dorf präsentiert. Der Bischof hofft, dass diese Harmonie sich auch bei dem erneut anstehenden Fußballspiel zeigen wird. Es kommt wie es kommen muss. Das Spiel läuft natürlich wieder aus dem Ruder und endet wieder in einer großen Keilerei. Obwohl Camillos Truppe diesmal gewinnt, kennt der Bischof keine Gnade und versetzt ihn in das Bergdorf.

Terence Hill ist hier zum ersten Mal auch als Regisseur hinter der Kamera in Aktion und zudem Produzent des Filmes. Nahezu die gesamte Familie von Terence Hill wirkte an dem Streifen mit. Er selbst agierte als Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent; Ehefrau Lori schrieb das Drehbuch, sein Sohn Jess wirkte als Stuntman mit und sein 1990 verstorbener Adoptivsohn Ross spielte den Lausbuben Marino.

Bei den im Fußballspiel eingesetzten Profis handelte es sich um einige zum damaligen Zeitpunkt bekannte italienische Fußballstars. Für Don Camillo kickte Roberto Boninsegna, während Peppone das Trio Carlo Ancelotti, Roberto Pruzzo und Luciano Spinosi für sich auflaufen ließ.

Ursprünglich sollte Tomás Milián die Rolle des Peppone spielen, er stieg aber noch vor Drehbeginn aus dem Projekt aus.


Mittwoch, 28.11., 20:00 Uhr

Il vero e il falso – Allein gegen das Gesetz (OmU)

Italien 1972, 99 min, Regie: Eriprando Visconti, mit Terence Hill, Martin Balsam, Paola Pitagora, FSK: ab 16 Jahren

In der kleinen Stadt Latina geschieht ein Mord. Eine Frau wurde erschossen und anschließend samt Haus verbrannt. Anhand eines am Tatort gefundenen Motorrollers und anderer Indizen wird das Opfer als Norma Zeitzler identifiziert. Unter Mordverdacht gerät schnell die junge Lehrerin Luisa Santini, die diese Tat aus Eifersucht begangen haben soll, da Norma Zeitzler ein Verhältnis mit ihren Mann hatte. Die Anklage übernimmt der ehrgeizige und aufstrebende Staatsanwalt Turrisi. Dieser hat einen schnellen Verhandlungserfolg im Sinn und bekommt diesen Dank einer guten Indizienkette auch. Lediglich die Aussage von Santinis Haushälterin würde die Angeklagte entlassen, da diese Norma Zeitzler noch nach den Mord im Rom gesehen haben will. Unter Druck Turrisis zieht sie diese Aussage allerdings wieder zurück und Luisa Santini wird verurteilt. Es vergehen einige Jahre und schließlich wird Luisa Santini entlassen. Sie macht sich auf die Suche nach ihren Mann und muss erfahren, dass dieser nun mit der angeblich ermordeten Norma Zeitzler zusammenlebt. Luisa sieht rot und holt nun den Mord, den sie schon abgesessen hat, nach. Nun gibt es natürlich einen zweiten Prozess, in dem wieder Turrisi die Anklage übernimmt, während die Verteidigung nun den jungen Anwalt Marco Manin obliegt, der beim ersten Prozess nur als Assistent der Verteidigung teilgenommen hat. Manins Ziel ist es nun eine möglichst geringe Strafe für seine Klientin rauszuholen und den ersten, nun wieder ungeklärten Mordfall wieder aufzurollen.

Terence Hill ist in diesem Film in einer für ihn ungewohnten Rolle zu sehen. Er spielt den Anwalt Marco Manin, der im ersten Prozess nur eine Nebenrolle spielt, im Laufe des Filmes aber ständig an Gewicht gewinnt, um schließlich im zweiten Prozess zur Hauptfigur zu werden. Für die Rolle der Luisa Santini sollte ursprünglich Giovanna Ralli spielen. Erst kurz vor Beginn der Dreharbeiten übernahm Paola Pitagora den Part.


Mittwoch, 5.12., 20:00 Uhr

E poi lo chiamarono il Magnifico – Verflucht, verdammt und Halleluja (OmU)

Italien 1972, 120 min, Regie: Enzo Barboni, mit Terence Hill, Gregory Walcott, Harry Carey Jr., FSK: ab 12 Jahren

Thomas Fitzpatrick Philip Moore, ein junger englischer Adliger, der im fortschrittlichen England eine gehobene Schulbildung absolviert hat, macht sich auf die Reise in den Wilden Westen. Dort hat sein kürzlich verstorbener Vater, der nur als »Der Engländer« bekannt war, ihm ein Stück Land vererbt und ihm außerdem einen Brief für seine Freunde Bull, John und Monkey mitgegeben. Diese drei herzensguten Raubeine und Ganoven haben sich nach dem Tod des Engländers gerade wieder zusammengetan als der naive Thomas auftaucht. Er übergibt ihnen den Brief, in dem der Engländer, als seinen letzten Wunsch, seine Freude bittet sich seines Sohnes anzunehmen und einen richtigen Mann aus ihm zu machen. Natürlich wollen die drei Freunde den Engländer nicht enttäuschen, beißen sich aber zunächst an Thomas die Zähne aus. Dieser ist nämlich mehr an Poesie, Naturwissenschaften und Fortschritt interessiert und nicht an Schlägereien und Schießereien. Erst als er sich in die hübsche Candida verliebt, der Tochter des Farmers Olsen, dreht sich das Blatt. Olsen hat Candida nämlich seinem Cowboy Morton versprochen und dieser versucht nun mit allen Mitteln Thomas wieder zu vertreiben. Als Candida ihm erzählt, dass ihr Vater für sie nur einen echten Cowboy in Betracht zieht, der schnell schießen und kämpfen kann, entschließt sich Thomas die Hilfe seiner drei Freunde anzunehmen und entwickelt sich so zu einem echten Pistolero, der im finalen Showdown Morton die Leviten liest.

Die Süddeutsche Zeitung urteilte: »Selten hat ein Film intelligenter, entlarvender und gleichzeitig liebevoller mit den Grundmustern des Genres gespielt. Barboni ist ein nachdenklich fröhlicher, bezaubernd ruhiger und turbulent schöner Film gelungen.«

Cinema gab dem Film ihre Höchstwertung und bezeichnete ihn als »intelligent-vergnügliche Westenparodie«.


Mittwoch, 12.12., 20:30 Uhr

Little Rita nel West – Blaue Bohnen für ein Halleluja (OmeU)

Italien 1967, 90 min, Regie: Ferdinando Baldi, mit Rita Pavone, Terence Hill, Lucio Dalla, Teddy Reno, FSK: ab 12 Jahren

Häuptling Sitzender Büffel und sein Indianerstamm sind das Blutvergießen Leid, das die Menschen sich des Goldes wegen antun. Daher möchte er den gesamten Goldbestand den es gibt in die Luft sprengen. Tatkräftige Hilfe bekommt er von Little Jane, die ihren Feinden mit schnellem Colt, kesser Lippe und viel Gesang zu Leibe rückt. Nach und nach holt sie sich das zusammen geklaute Gold der Ganoven Jesse James, Ringo, Zorro und Django. Der Mexikaner Pancho kann Jane allerdings gefangen nehmen und will sie töten. Der mutige Held Texas Joe kann Jane allerdings in letzter Not befreien. Nach ein paar weiteren Querelen kommen die Beiden sich näher und gemeinsam können sie den Plan des Häuptlings umsetzen.

Terence Hill spielt in diesem Western-Musical den Cowboy Texas Joe. In dieser Rolle taucht er zwar erst nach 52 Minuten auf, ist aber dann neben Rita Pavone der Hauptcharakter.

Terence Hill drehte diesen Film noch unter seinem echten Namen. Bis zum Kinostart waren allerdings die Dreharbeiten zu Gott vergibt – Django nie! bereits im Gange, für die Terence Hill sich seinen Künstlernamen zulegte. Die Produzenten von Blaue Bohnen für ein Halleluja nutzten daraufhin ebenfalls schon den neuen Namen Girottis für ihren Film und so startete Blaue Bohnen für ein Halleluja noch vor Gott vergibt – Django nie! als Terence Hill Film in den italienischen Kinos.

In Deutschland wurde der Film erst 1973, nach dem großen Erfolg der Trinità-Filme veröffentlicht. Logisch, dass er somit auch hierzulande als Terence Hill-Film vermarktet wurde.