Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:


Mo 27

19:00  Berlin – Filme der Stadt
Mädchen in Koffer
(OmeU)
in Anwesenheit des Regisseurs Albrecht Hirche
20:30  EXBLICKS
Lord of the Toys
(OmeU)
in presence of director Pablo Ben Yakov and cinematographer André Krummel

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Di 28

17:00  get me some HAIR! (OmeU)
20:30  Macht das alles einen Sinn? – Und wenn ja, warum dauert es so lange?
in Anwesenheit des Regisseurs Andreas Wilcke
22:15  Lord of the Toys (OmeU)

Mi 29

17:00  Lord of the Toys (OmeU)
20:30  Berlin – Filme der Stadt
Gestern Mitte Morgen
(OmeU)
in Anwesenheit des Regisseurs Peter Zach
22:15  get me some HAIR! (OmeU)

Fortsetzung folgt…

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Christoph Schlingensief Geburtstags-Special

Freitag, 24.10., ab 19:00 h
zu Gast: Aino Laberenz, Kathrin Krottenthaler und Susanne Bredehöft
Schlingensief in »The African Twintowers«

Christoph Schlingensief wurde am 24. Oktober 1960 in Oberhausen geboren. Mit Filmen wie »Das deutsche Kettensägenmassaker« und »Terror 2000«, Kunstinstallationen, Ausstellungen und aktionistischen Projekten, u.a. der Containeraktion »Bitte liebt Österreich!« und der Parteigründung »Chance 2000«, mischte er sich über zwei Jahrzehnte unbeirrt in den kulturellen und politischen Diskurs ein. Seine Themen kreisten beständig um die Frage nach Gott, der Erlösung und dem Sinn aller Kunst. Er realisierte viel beachtete Theater- und Operninszenierungen, z.B. an der Volksbühne, dem Burgtheater Wien und dem Schauspielhaus Zürich. Zu seinen letzten Vorhaben gehörte die Einrichtung des Deutschen Pavillons der Biennale in Venedig 2011, für den er posthum mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.
Am 21. August 2010 ist Christoph Schlingensief viel zu früh gestorben.


19:00 Uhr

The African Twin Towers

D 2005–2009, 70 min, Regie: Christoph Schlingensief, mit Irm Hermann, Klaus Beyer, Robert Stadlober, Katharina Schlothauer, Stefan Kolosko, Christoph Schlingensief, Patti Smith u. a.

Der im Jahre 2005 in Namibia gedrehte Spielfilm war das direkte Nachfolgeprojekt von »Odins Parsipark«, in Afrika wurde auch ein Animatograph gebaut. »The African Twin Towers« ist ein Tagebuchfilm über die Dreharbeiten in Namibia, mit Dokumentar- und Spielszenen, die Christoph Schlingensief rückblickend kommentiert.

Fragmente des Films hat Christoph Schlingensief zunächst in Projekten wie »Area 7«, »Stairlift to Heaven«, »Kaprow City« und der Installation »18 Bilder in der Sekunde« (Berlinale 2008, zuletzt auch in der Schlingensief-Ausstellung in den Berliner KW) verwendet. Ein weiteres Fragment des Films »Say goodbye to the Story (ATT 1/11)« ist das schlüssigste filmische Ergebnis des Projekts, es war 2012 in den Berlinale Shorts zu sehen.

Im Anschluss:
Say Goodbye to the Story (ATT 1/11)
D 2011, 23 min, Regie: Christoph Schlingensief, mit Katharina Schlothauer, Stefan Kolosko, Robert Stadlober, Irm Hermann
Ein Albtraumniederschlag: gestrichene Szenen eines Films, der allein aus gestrichenen Szenen besteht. Ihr wahrhaftigster Moment ist eine Traumsequenz, in der sich rauschhaft alle Qual der ersten Sequenz auflöst, um im Spuk einer dritten Sequenz zu landen. Nichts ist fertig, nicht einmal die Zwischentitel. Alles ist im Werden. Oder Vergehen. Schlingensief verzweifelt an seinen Darstellern, die vor seiner Kamera, also im Weg stehen. Er flucht, er tanzt durchs Bild, er wiederholt und wiederholt. Er wischt das Objektiv, auf der Suche nach dem Moment zwischen den Bildern.


21:00 Uhr

Mutters Maske

D 1987/88, 85 min, Regie: Christoph Schlingensief, mit Helge Schneider, Udo Kier, Karl-Friedrich Mews, Brigitte Kausch, Susanne Bredehöft

Zwischen Lindenstraße und Visconti: das ultimative Remake von Veit Harlans »Opfergang« (1944).

Unter Verwendung von Motiven aus Baudelaires »Blumen des Bösen« zeichnet Christoph Schlingensief das Drama einer im Ruhradel angesiedelten Familie nach. Das verhasste Erzählkino führt Schlingensief mit »Mutters Maske« ad absurdum, indem er dessen Regelhaftigkeit selbst anwendet und überbeansprucht. Durch eine freiwillige Lächerlichkeit reduziert er seine Tragikomödie auf das Niveau einer Daily Soap.

Ein großartiger Film mit großartigen Schauspielern. Udo Kier als Kinderschänder, Susanne Bredehöft als Aidsinfizierte, die legendäre Brigitte Kausch als leidende Mutter und Helge Schneider, der die Musik zu diesem Film machte, als Schlotbaron von Mühlenbeck, der seine Mutter in den Wahnsinn treibt, um an das Erbe der Guldenburgs zu kommen.


23:00 Uhr

Odins Parsipark: 
Schlingensiefs »Animatograph« in Neuhardenberg

Dokumentation von Kathrin Krottenthaler, D 2013, 87 min

Schlingensiefs zweite und größte Installation im geschichtsträchtigen Neuhardenberg wurde am 19.8.2005 eröffnet, im Anschluss an die heftig umstrittene und in der Presse gefeierte Wiederaufnahme seiner Bayreuther Operninszenierung »Parsifal«.

Schlingensief versteht die Installation als einen »großen Transformationskörper, in dem Oper, Theater, Film und Aktionskunst ineinander verschmelzen«. Der Animatograph markiert für ihn das Ende des wohltemperierten Theaters und den Beginn der animatographischen Rekonstruktion. »Der Animatograph ist wie ein lebender Organismus, auf dem der Zuschauer mit mir gemeinsam herumfährt, lebt und selber zu seinem Bestandteil wird.«

Der Film zeigt den Animatographen aus der Schlingensief-Ausstellung in den Kunstwerken an seinem ursprünglichen Ort im Wald.


Veranstaltet in Kooperation mit der Filmgalerie 451.
Die Verleih-Einnahmen gehen an das von Christoph Schlingensief gegründete Operndorf in Burkina Faso.