Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:



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Mi 24

18:45  Ayka (OmU)
20:30  Geschenkt wurde uns nichts (OmU)
in Anwesenheit des Regisseurs Eric Esser


Fr 26

keine Vorstellung 


So 28

14:00  kurz gesehen
Frauen machen Filme – Premiere Movement.
Kurzfilme der 17. Filmwerkstatt mit Antonia Lerch
in Anwesenheit der Filmemacherinnen
18:30  Übernehmen wir?!
The factory is ours!
(OmU)
mit Gästen von Mov(i)e Activism



Mi 01

keine Vorstellung 

Fortsetzung folgt…

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Sheri Hagen: Auf den zweiten Blick (OmeU)

Samstag, 2.2., 20:00 Uhr
in Anwesenheit der Regisseurin

Auf den zweiten Blick (OmeU)

D 2013, 94 min, Buch & Regie: Sheri Hagen, mit Anita Olatunji, Michael Klammer, Ingo Naujoks, Nele Rosetz, Milton Welsh, Pierre Sanoussi-Bliss, Zoe Hagen, Ella-Sade Hagen-Janson, Komi Togbonou, Filmkomponist: Reggie Moore

Kay ist Mitte dreißig und war eine lebenshungrige, impulsive, junge Frau bis zu ihrem schweren Autounfall, verursacht durch ihren Exverlobten. Sie verlor ihr Augenlicht und lebt seitdem unauffällig und zurückgezogen in der Großstadt Berlin. Das Verhalten ihres Exverlobten und die bittere Wahrheit, dass sie nie wieder sehen wird, haben aus ihr eine übersensible, zynische Frau gemacht, die sich kaum Emotionen erlaubt und Gefühle von vornherein abblockt. Sie hat eine markante, wohlklingende Stimme, die sie nur als Nachrichtensprecherin einsetzt.

Falk ist Witwer und alleinerziehender Vater eines 8-jährigen Jungen. Er verdient seinen Lebensunterhalt als Taxifahrer. Er hat sich in Kays Stimme verliebt und hört bei jeder Gelegenheit ihren Sender. Falk liebt das Leben und genießt es in all seinen Facetten. Er versucht, seiner Tochter seine Lebensphilosophie zu vermitteln: »Carpe Diem«. Carla liebt ihren Vater, vermisst jedoch ihre verstorbene Mutter sehr. Falks größter Wunsch, die Frau mit der schönen Stimme kennenzulernen, wird in Erfüllung gehen. Doch er ist nicht vorbereitet auf Kays Distanz.

Pan ist mit neun Jahren an der Makula erkrankt und seitdem stark sehbehindert. Es fehlt ihm der zentrale Blickpunkt, das bedeutet, dass er keine Gesichter erkennen kann. Pan ist schwul und lebt mit seiner Hündin Lilli in einer bescheidenen Zwei-Zimmer-Wohnung. Er arbeitet als Klavierstimmer und liebt die Klassik, insbesondere Bach. Er liebt die Stille, lange Spaziergänge mit Lilli und seine Arbeit. Das Einzige, was ihm zu seinem kleinen Glück fehlt, ist ein Lebenspartner.

Till ist Inhaber einer kleinen Boutique für afrikanische Möbel und Accessoires. Er lebt mit seiner Freundin Antje, einer erfolgreichen Werbekauffrau, seit einigen Jahren zusammen. Es ist allerdings mehr ein Nebeneinanderleben, da Till sich nicht eingesteht, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. Till träumt von einer Familie mit Kindern und verdrängt seine Homosexualität. Er spielt Klavier und trifft auf Pan, der seinem Leben eine neue Wendung gibt.

Elena ist eine selbstbewusste junge Frau mit trockenem Humor. Sie ist Therapeutin und arbeitet hauptsächlich mit Blinden und Sehbehinderten zusammen. Elena hat noch zwei Prozent Sehrest – ihre Angst, diese zu verlieren, überschattet ihren gesamten Alltag. Sie gerät in Panik, wenn sie daran denkt, von anderen Menschen abhängig zu sein oder zu werden. Insofern versucht sie, ihre Behinderung einfach zu ignorieren, bis Benjamin ihr Patient wird.

Benjamin ist von Geburt an vollblind und wuchs in einem Internat auf. Als er diesen »Kokon« verlassen musste, nahm er seine »grauen Freunde« mit. Diese imaginären grauen Freunde weichen nicht von seiner Seite und sind der Anlass, dass sein Chef – der Inhaber von Falks Taxiunternehmen – ihn zur Therapie zu Elena schickt. Benjamin ist ein Mann mit Prinzipien, aber mit wilden Phantasien. Immer der Situation angepasst.

»Auf den zweiten Blick« ist eine lakonisch erzählte Liebesgeschichte von sechs unterschiedlichen Menschen, die sich begegnen, einander abtasten und sich schließlich mit ihren unterschiedlichen Eigenarten, verlieben.


Sheri Hagen, geboren in Lagos/Nigeria, aufgewachsen in Hamburg, absolvierte ihre Ausbildung an der »Stage School of Dance and Drama« Hamburg, sowie im »Studio Theater an der Wien« in Österreich. Neben zahlreichen Arbeiten für Film und Fernsehen (»Das Leben der Anderen«, »Baal«, »Tatort«, »Sperling«, »On The Inside«) war sie an diversen Theaterproduktionen beteiligt.

2007 produziert und realisierte Sheri Hagen in Eigenproduktion ihr Drehbuch »Stella und die Störche« ein Kinder-Kurzfilm, der erfolgreich auf internationalen Festivals lief (Mo & Friese, Chicago Int. Children’s Film Festival). Das 23. Int. Filmfestival Emden-Norderney verlieh Sheri Hagen, 2012, den Sonderpreis »Ein Schreibtisch am Meer« für »Auf den zweiten Blick«, ihren Debüt-Spielfilm und 2013 gewann »Auf den zweiten Blick« das 4. Kirchen Filmfestival Recklinghausen. Im Herbst 2013 brachte der Verleih barnsteiner-film »Auf den zweiten Blick« in die deutschen Kinos.

Ende 2015 gründete Sheri Hagen die Produktionsfirma Equality Film GmbH. 2016 produzierte und realisierte Sheri Hagen ihren zweiten Spielfilm, »Fenster Blau« nach »Muttermale Fenster Blau« von Sasha Marianna Salzmann. Zur Zeit bereitet Sheri Hagen ihren dritten Spielfilm »Billie« vor. In Entwicklung sind »Motherhood« (AT) und eine Mystery-Serie.


In der Reihe »Zurück auf Anfang« stellen Filmemacher ihre Frühwerke vor.