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Docfilm 42 präsentiert:

Doku-Doppel-Abend
30 Jahre Mauerfall: 2 Filme, 2 Perspektiven

Sonntag, 24.11., 18:00 Uhr + 20:00 Uhr
in Anwesenheit der Regisseur*innen Kirsi Marie Liimatainen und Jochen Hick

Die Initiative »docfilm42« wurde von Filmschaffenden gegründet, mit dem Ziel eine Plattfom für Indie-Dokumentarfilme zu schaffen. Zwei Filme der Plattform werden an diesem Abend vorgestellt. Passend zum 30. Jahrestags des Mauerfalls werfen die Filme ganz unterschiedliche Blicke auf die Geschichte der DDR. Während in »Der Ost-Komplex« das Leben des DDR-Flüchtlings Mario Röllig und sein Kampf um Erinnerung gezeigt wird, folgt die Regisseurin in »Comrade, Where Are You Today?« den Spuren ihrer ehemaligen Komiliton*innen von der internationalen FDJ-Jugendhochschule »Wilhelm Pieck«.

Die Regisseur*innen Kirsi Marie Liimatainen und Jochen Hick werden in Anschluß für ein Gespräch anwesend sein.

Doppel-Ticket für beide Vorstellungen: 12,– €


18:00 Uhr

Der Ost-Komplex

D 2016, 94 min, Regie: Jochen Hick

Mario Röllig, Jahrgang 1967, aus SED-treuem Elternhaus und offen schwul, ist viel gefragter »DDR-Zeitzeuge«. Der Film begleitet ihn auf seinen Vortragsreisen. Er sagt, seine Geschichte habe ihn politisch gemacht. Ursprünglich wollte er aus ganz unpolitischen Motiven aus der DDR fliehen: aus Liebe zu einem Politiker aus West-Berlin. Er wurde aber bei seinem Fluchtversuch an der ungarischen Grenze gefasst und landete in Stasi-Untersuchungshaft.

Den Begriff »Freiheit« verwendet Röllig oft. Auch spricht er offen über die Vorzüge des Kapitalismus, während Rölligs Gegner gesellschaftliche Utopien hochhalten. Wie funktionieren Zuhören, Gespräch, Verständigung, Streit und Konfrontation auf dem Minenfeld deutsch-deutscher Geschichtsaufarbeitung?


20:00 Uhr

Comrade, Where Are You Today? –
Der Traum der Revolution

D 2016, 112 min, Regie: Kirsi Marie Liimatainen

1988 reist die 20-jährige Finnin Kirsi Marie Liimatainen in die DDR, um an der internationalen Jugendhochschule »Wilhelm Pieck« Marxismus-Leninismus zu studieren. Ihre Komiliton*innen kommen aus der ganzen Welt – beidseits des Eisernen Vorhangs. Sie sind Funktionäre, Befreiungskämpfer oder linke Aktivisten. Junge Menschen, vereint in ihrer Hoffnung auf eine bessere Welt. Doch während die Studierenden die internationale Solidarität hochleben lassen, weckt der sozialistische DDR-Alltag Zweifel, ob die Theorie in der Praxis bestehen kann. Im Sommer’89 endet das Studienjahr – wenige Monate später fällt die Berliner Mauer.

24 Jahre später begibt sich die Regisseurin auf eine filmische Reise nach Deutschland, Bolivien, Chile, in den Libanon und nach Südafrika, um ihre Kommiliton*innen wieder zu treffen. Was ist übrig geblieben von ihrem großen Traum der Revolution?