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Special

Pasolini zum 100. Geburtstag

Samstag, 5.3., ab 18:00 Uhr
in Anwesenheit des Regisseurs Pepe Danquart

Am 5. März wäre Pier Paolo Pasolini 100 Jahre alt geworden.
Wir feiern seinen Geburtstag mit dem durch Pier Paolo Pasolinis Reise um Italien inspirierten Dokumentarfilm von Pepe Danquart und der neu restaurierten Pasolini-Klassiker »Mamma Roma«.

Der italienische Regisseur, Dichter und Publizist Pier Paolo Pasolini wurde am 5. März 1922 in Bologna geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg schließt er sich der Kommunistischen Partei Italiens an, wird jedoch wieder ausgeschlossen, als er sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt. 1950 zog er nach Rom, wo er sich seinem sozialkritisch beeinflussten literarischen und filmischen Schaffen widmete, u.a. Mitarbeit an Drehbüchern für Luis Trenker, Mauro Bolognini und Federico Fellini. 1955 erscheint sein erster Roman »Ragazzi di Vita«. Sechs Jahre später sein erster Film »Accattone«.

Mit seinem zweiten, in seiner sozialen Analyse ganz dem Neorealismus verpflichteten Film »Mamma Roma« beschwor Pier Paolo Pasolini Elend und Eros des italienischen Subproletariats. Als Poet und Filmregisseur setzte Pier Paolo Pasolini sich für sozial Benachteiligte ein und kritisierte immer wieder die italienische Gesellschaft, vor allem deren autoritäre Herrschaftsstrukturen.

In der Nacht zum 2. November 1975 wurde Pier Paolo Pasolini in Ostia ermordet. Seine letzte Ruhestätte fand er in Casarsa della Delizia, in der nordöstlichen Region Friaul, der Heimat seiner Großeltern, wo er in den 1940er Jahren als Volksschullehrer arbeitete.


18:00 Uhr

Vor mir der Süden (OmU)

Dokumentarfilm, D 2020, 117 min, Regie: Pepe Danquart

© Neue Visionen Filmverleih

1959, Italien. Pier Paolo Pasolini setzt sich im ligurischen Badeort Ventimiglia in seinen Fiat Millecento und umrundet einmal die italienische Küste. Der Form des berüchtigten Stiefels folgend fährt er 3.000 Kilometer bis hinauf nach Triest. Seine außergewöhnliche Reise gilt 60 Jahre später als einzigartiges Dokument europäischer Kulturgeschichte. Das im Zeichen des Wirtschaftswunders und des beginnenden Massentourismus prosperierende Italien beschrieb Pasolini mit einer großen Portion Hellsichtigkeit, Empathie und Witz.

In »Vor mir der Süden« begibt sich der deutsche Filmemacher Pepe Danquart auf Pasolinis Spuren. Die damalige Umrundung unternimmt auch Danquart als fliegender Flaneur im Fiat Millecento und blickt auf Umbrüche – nicht nur in einem Land, sondern auf einem ganzen Kontinent. So viel lässt sich über Europa erzählen, schaut man nur einmal genauer auf sein Eingangstor: Italien. Wo früher der Massentourismus die Menschenströme durch die Ferienorte schleuste, überrennen nun Millionen Individualreisende die Schauplätze des historisch-mediterranen Italien. Wo einst Aufbau herrschte, strömen nun Waren und Dramen an die Küstenorte der Apennin-Halbinsel.

in Anwesenheit des Regisseurs Pepe Danquart


20:30 Uhr

Mamma Roma (OmU)
Wiederaufführung in 4K restauriert

Italien, 1962, 105 min, Buch & Regie: Pier Paolo Pasolini, Kamera: Tonino Delli Colli, Produktion: Alfredo Bini, mit: Anna Magnani, Ettore Garofolo, Franco Citti, Silvana Corsini, Luisa Loiano, Paolo Volponi etc.

© missingFILMs

Die römische Prostituierte Mamma Roma will sich eine bürgerliche Existenz aufbauen und ihrem Sohn ein anständiges Leben ermöglichen. Also zieht sie in ein besseres Viertel, holt ihn zu sich und eröffnet einen Gemüsestand.

Doch im Wohnsilo der Vorstadt schließt sich der 16-jährige Ettore einer kleinkriminellen Jugendbande an und lässt sich mit einer älteren Nachbarin ein. Alle Versuche seiner Mutter, aus dem juvenilen »Juwel« einen arbeitsamen jungen Mann zu machen, schlagen fehl. Als Mamma Romas ehemaliger Zuhälter auftaucht und sie erpresst, ist sie gezwungen, ihren Körper wieder auf der Straße zu verkaufen.

Mit seinem zweiten, in seiner sozialen Analyse ganz dem Neorealismus verpflichteten Film, beschwor Pier Paolo Pasolini Elend und Eros des italienischen Subproletariats. In eine christliche Ikonografie zwischen Abendmahl und Kreuzigung eingebettet, zeichnet »Mamma Roma« den Passionsweg zweier gesellschaftlicher Außenseiter*innen, der am Ende beide in Dantes »Inferno« führt. Die Ausgestaltung der Titelrolle in einem authentisch agierenden Lai*innen-Ensemble zählt zu den großen Charakterdarstellungen von Anna Magnani, »Roms römischster Römerin«.

Der Film feierte auf der diesjährigen Berlinale seine Weltpremiere in einer neu restaurierten Fassung und in 4K.