Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:


Di 30

18:15  Toubab
20:00  Kurz.Film.Tour –
Der Deutsche Kurzfilmpreis:

Programm III

in Anwesenheit der Regisseurin Veneta Androva (»From my Desert«) und des Produzenten Guillaume Cailleau (»A Demonstration«)
22:00  Pankow ’95

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Fr 03

keine Vorstellung 

Sa 04

18:00  Harald Naegeli – Der Sprayer von Zürich
in Anwesenheit der Regisseurin Nathalie David
20:15  Toubab
22:00  Borga (OmeU)


Fortsetzung folgt…

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Werkschau

Frances McDormand

im Juli / August 2021

»I was too old, too young, too fat, too thin, too tall, too short, too blond, too dark — but at some point they’re going to need the other. So I’d get really good at being the other.« (Frances McDormand)

Ihre leidenschaftlich gespielten Rollen gehen an Publikum und Filmkritikern nicht spurlos vorüber. Frances McDormand zählt seit mehr als drei Jahrzehnten zu Amerikas besten Schauspielerinnen: mit dem Oscar® als beste Hauptdarstellerin wurde sie schon dreifach ausgezeichnet, 1997 für »Fargo«, 2018 für »Three Billboards Outside Ebbing, Missouri« und 2021 für »Nomadland«.

Trotz Auszeichungen und Anerkennung wurde sie sich selber nie als Filmstar bezeichnen, sondern sie sieht sich schlicht als Schauspielerin: »I’m a character actress, plain and simple… Who can worry about a career? Have a life. Movie stars have careers – actors work, and then they don’t work, and then they work again.«

Im Juli und August zeigen wir die preisgekrönten Filme und das Debüt mit den Coen-Brüdern von Ausnahme-Talent Frances McDormand.


Blood Simple (OmU)

USA 1984, 99 min, Regie: Joel & Ethan Coen, mit John Getz, Frances McDormand, M. Emmet Walsh, Dan Hedaya, Samm-Art Williams, Deborah Neumann

Weil seine Frau Abby lieber mit seinem Angestellten Ray ins Bett geht, heuert Barbesitzer Marty den zwielichtigen Privatschnüffler Visser an, um die untreue Gattin samt Liebhaber ermorden zu lassen. Visser kassiert zwar das Geld, bringt dann jedoch statt den beiden seinen Auftraggeber um die Ecke. Alle Spuren führen nun zu Abby und Ray…

Spannend und wunderbar böse, trägt »Blood Simple« die Markenzeichen der schrägen Coen’schen Fantasie. Ein Meisterwerk, das zu einem der Kultfilme der 80er Jahre avancierte und ganze Generationen von Filmemachern beeinflusste. Das Drehbuch haben die Coen-Brüder gemeinsam verfasst. Joel führte Regie, Ethan produzierte ihr gemeinsames Debüt. Kameramann Barry Sonnenfeld, heute längst selbst ein gefeierter Filmemacher (»Men in Black«, »Wild Wild West«) sorgte für die eindrucksvollen Bilder. Hochkarätig besetzt mit der damals noch unbekannten Frances McDormand.

Do 22.07. 19:00 Uhr
Mo 26.07. 21:00 Uhr
Mi 28.07. 19:00 Uhr

Neue, 4K-restaurierte Fassung zum 25. Jubiläum:

Fargo (OV)

USA 1996, 97 min, Buch & Regie: Ethan & Joel Coen, mit Frances McDormand, William H. Macy, Steve Buscemi, FSK: ab 16 Jahren

Der Plan des Autohändlers Jerry Lundegaard scheint simpel, doch wie so oft bei den Coens, ist auch dieser Antiheld Fargos zum Scheitern verurteilt. Jerrys akute Finanznot bringt ihn auf die folgenreiche Idee, seine Frau von zwei Kleinkriminellen entführen zu lassen und so seinen reichen aber knausrigen Schwiegervater Wade um eine Million Dollar zu erpressen. Die beiden Entführer Carl und Gaear wiederum sollen mit 40.000 Dollar abgespeist werden. Doch so weit kommt es nicht: Die Entführung, die eigentlich gänzlich unblutig verlaufen sollte, gerät völlig aus dem Ruder, als Gaear während einer Verkehrskontrolle völlig überreagiert und einen Polizisten und zwei Passanten erschießt. Zudem misstraut Wade seinem Schwiegersohn Jerry und will die Geldübergabe selbst in die Hand nehmen, was für weitere Schwierigkeiten sorgt. Schließlich ist es die wunderbare Frances McDormand als schwangere Polizeichefin Marge Gunderson, die sich auf die blutige Fährte der Kidnapper macht und versucht, Licht in die düstere Welt Fargos zu bringen.

Mit »Fargo« haben die Brüder Joel Coen und Ethan Coen einen der besten Filme der Neunziger vorgelegt. Zwei Jahre vor ihrem Kulthit »The Big Lebowski« (1998) kam dieser moderne Film Noir in die Kinos und wurde von nahezu allen Kritikern aufs Äußerste gelobt. Es sind die schneebedeckten Weiten des verschlafenen amerikanischen Mittelwestens, in denen sich die tragikomische Geschichte Fargos um Erpressung, Misstrauen und Gewalt auf unvorhersehbare Weise entfaltet. Dabei gelingt den Coen-Brüdern mit Fargo eine eindrucksvolle Balance zwischen Glaubwürdigkeit und Groteske. Wie so oft bei ihnen gibt es auch hier nur einen schmalen Grat zwischen tiefschwarzem Humor und bitterem Ernst.

Für das brillante Drehbuch zu »Fargo« wurden die Coens schließlich mit dem Oscar® ausgezeichnet, und auch Frances McDormand (übrigens seit 1984 mit Joel Coen verheiratet) erhielt für ihre Darstellung der schwangeren und resoluten Polizistin Marge die begehrte Trophäe. Außerdem wurde Fargo nominiert in den Kategorien Bester Film, Beste Regie (Joel Coen), Bester Nebendarsteller (William H. Macy), Beste Kamera (Roger Deakins) und Bester Schnitt.

Zum 25. Jubiläum des Films zeigen wir eine neue, 4K-restaurierte Fassung!

Do 29.07. 21:00 Uhr
Sa 31.07. 21:30 Uhr
So 01.08. 21:00 Uhr
Di 03.08. 19:00 Uhr

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (OmU)

USA 2017, 116 min, Regie: Martin McDonagh, mit Frances McDormand, Abbie Cornish, Woody Harrelson, Sam Rockwell, John Hawkes, Peter Dinklage

Nachdem Monate vergangen sind, ohne dass der Mörder ihrer Tochter ermittelt wurde, unternimmt Mildred Hayes eine Aufsehen erregende Aktion. Sie bemalt drei Plakatwände an der Stadteinfahrt mit provozierenden Sprüchen, die an den städtischen Polizeichef, den ehrenwerten William Willoughby, adressiert sind, um ihn zu zwingen, sich um den Fall zu kümmern.

Als sich der stellvertretende Officer Dixon, ein Muttersöhnchen mit Hang zur Gewalt, einmischt, verschärft sich der Konflikt zwischen Mildred und den Ordnungshütern des verschlafenen Städtchens nur noch weiter.

Der Film hat neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen und Nominierungen bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig den Preis für das Beste Drehbuch erhalten und wurde beim Toronto International Film Festival mit dem renommierten Publikumspreis für den Besten Film ausgezeichnet.
Bei der 75. Golden Globe-Verleihung wurde »Three Billboards Outside Ebbing, Missouri« in folgenden Kategorien ausgezeichnet: Bester Film (Drama), Beste Hauptdarstellerin (Drama: Frances McDormand), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell), und Bestes Filmdrehbuch (Martin McDonagh). Für die 90. Oscar®-Preisverleihung wurde den Film in sieben Kategorien nominiert.

Do 05.08. 19:00 Uhr
Mo 09.08. 19:00 Uhr
Mi 11.08. 19:00 Uhr

Nomadland (OmU)

USA 2020, 108 min, nach dem Buch von Jessica Bruder, Drehbuch, Regie und Schnitt: Chloé Zhao, Musik: Ludovico Einaudi, mit Frances McDormand, David Strathairn, Linda May, Swankie und Bob Wells

»Das letzte Stückchen Freiheit in Amerika ist ein Parkplatz« schreibt Jessica Bruder, die Autorin im Vorwort ihrer brillanten Buchvorlage, die jetzt mit der dreifachen Oscar®-Preisträgerin Frances McDormand und David Strathairn fulminant für die große Leinwand verfilmt wurde.

»Nomadland« erzählt die Geschichte von Fern, die wie viele in den USA nach der großen Rezession 2008 alles verloren hat. Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch einer Industriestadt im ländlichen Nevada packt Fern ihre Sachen und bricht in ihrem Van auf, ein Leben außerhalb der konventionellen Regeln als moderne Nomadin zu erkunden. Der Film zeigt auch die echten Nomaden Linda May, Swankie und Bob Wells als Ferns Mentoren auf ihrer Erkundung der weiten Landschaften des amerikanischen Westens.

Do 12.08. 21:30 Uhr
Fr 13.08. 21:30 Uhr
Sa 14.08. 22:00 Uhr
So 15.08. 19:15 Uhr
Mo 16.08. 21:30 Uhr
Di 17.08. 19:00 Uhr
Mi 18.08. 19:00 Uhr
Do 19.08. 22:00 Uhr
Fr 20.08. 22:00 Uhr
Sa 21.08. 22:00 Uhr
So 22.08. 20:15 Uhr
Mo 23.08. 22:00 Uhr
Di 24.08. 20:15 Uhr
Mi 25.08. 22:00 Uhr
Sa 28.08. 16:00 Uhr
So 29.08. 20:15 Uhr
Di 31.08. 21:30 Uhr