Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:


Di 30

18:15  Toubab
20:00  Kurz.Film.Tour –
Der Deutsche Kurzfilmpreis:

Programm III

in Anwesenheit der Regisseurin Veneta Androva (»From my Desert«) und des Produzenten Guillaume Cailleau (»A Demonstration«)
22:00  Pankow ’95

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Fr 03

keine Vorstellung 

Sa 04

18:00  Harald Naegeli – Der Sprayer von Zürich
in Anwesenheit der Regisseurin Nathalie David
20:15  Toubab
22:00  Borga (OmeU)


Fortsetzung folgt…

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Filmreihe

Werkschau Werner Fritsch

10. Oktober – 7. November 2021
in Anwesenheit des Regisseurs

Werner Fritsch (*1960 Waldsassen/Oberpfalz) ist ein virtuoser Grenzgänger zwischen den Gattungen Literatur, Theater, Hörfunk und Kino. 1987 erschien sein vielbeachteter Roman »Cherubim« und machte ihn über Nacht bekannt. Seine Theaterstücke, Hörspiele, Prosawerke und Filmarbeiten wurden vielfach ausgezeichnet. In dieser Werkschau legen wir den Fokus auf sein filmisches Schaffen, wobei sein auf 8 Teile angelegtes Monumental-Oeuvre »Faust Sonnengesang«, an dem er seit über zwei Jahrzehnten arbeitet, im Zentrum steht.


Faust Sonnengesang I–IV + Triptychon

D 2021, 5 x 180 min, Filmgedicht von Werner Fritsch, mit: Angela Winkler, Corinna Harfouch, Irm Hermann, Herbert Fritsch, Peter Simonischek, Ulrich Matthes, Käthe Reichel u.a.

Die faustische Suche nach dem Augenblick, der doch verweilen solle, wird bei Werner Fritschs mehrteiligen visuellem Gedicht »Faust Sonnengesang« zu einer assoziativen Reise in nahe und ferne Regionen, in die jüngste und fernste Vergangenheit und eine Erkundung ihrer Zeichen und Mythen – ein opulenter und betörender Klang- und Bilderrausch. Werner Fritsch verknüpft hier synästhetisch Hör-, Seh- und Denkerlebnisse. Die Filme sind Teil eines insgesamt auf 24 Stunden angelegten Gesamtkunstwerks.

»Drei Stunden lang fließen Bilder von betörender Schönheit an den Augen des Betrachters vorbei und geben ihm immer wieder neue Ideen. Fritsch ist ein faustisch Suchender, der mit der Kamera um die Welt reist. So hat er in Ägypten und New York, in Norwegen und China, in Mexiko und auf einer griechischen Insel Eindrücke gesammelt. In jeder Einstellung dringt er auf den mythischen Grund des Realen vor. Die Bilder werden zu einer Schrift, die sowohl die Grenzen der Wirklichkeit als auch der Zeit überwindet.« (Frankfurter Rundschau)


Faust Sonnengesang I ist die Ouvertüre. Es ist ein Versuch, den jüngsten Film zu gestalten: den Film, den man sieht, wenn man die Augen für immer schließt. Das Ich dieses Films, das für jeden repräsentativ ist, der ihn sieht, sieht natürlich Bilder seines eigenen Lebens, Bilder seiner eigenen Träume und Albträume. Ein »Rausch aus wilden Farbtupfern und idyllischen Naturbildern, aus wunderschöner Musik und großmächtiger Lyrik«. (Der Spiegel)

So 10.10. 16:00 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs; Moderation: Marc Ottiker


Faust Sonnengesang II hat Europa als Mittelpunkt. Europa, das durch seine dauerhaften Verbindungen zu den anderen Kontinenten bereichert wird. Der Film bringt seine beiden Hauptbewegungen in einen Dialog – die Entdeckung vergangener Zeichen und die Wiederentdeckung zeitgenössischer Zeichen. Was mit deutscher Familiengeschichte beginnt, endet bei den Wurzeln europäischen Kultur: bei Heraklit (Türkei), Empedokles (Sizilien) und Ovid (Rom/Rumänien).

So 17.10. 16:00 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs; Moderation: Marc Ottiker


Faust Sonnengesang III ist ein Roadmovie: Eine Durchquerung des amerikanischen Kontinents voller Erinnerungen an amerikanische Bilder, Songs und Literatur, die unser Leben prägen von Jugend auf. Faust auf der Suche nach Gegen-Orten im Amerika unserer Tage. Serien wie Bonanza,(Lektüre-)Eindrücke von Walt Whitman oder William Faulkner, die Lieder von Bob Dylan oder Nico, der deutschen Sängerin der legendären Velvet Underground…

Sa 23.10. 16:00 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs


Faust Sonnengesang IV stellt Asien ins Zentrum. Aus Atem kam im alten China die Schöpfung. Atem erfüllt Faust im Paradies Garten. Er versteht, wie sein Atem in den Wind übergeht, der die Bäume bewegt. Im Garten kommt er zur Ruhe: in der Meditation… Die Reise beginnt in Georgien: der an den Kaukasus geschmiedete Prometheus, der ans Kreuz geschlagene Christus sind als Insignien von Unfreiheit und Tod zugegen. Mephista erscheint Faust als Mutter Erde, ans Kreuz geschlagen durch Dogmen, Gewalt und Krieg. Ans Kreuz geschlagen durch uns.

Berlin-Premiere!

So 31.10. 16:00 Uhr

Berlin-Premiere in Anwesenheit des Regisseurs; Moderation: Marc Ottiker


Faust Sonnengesang Triptychon ist eine Art Overview über die bisherigen Teile: Fünf Triptychen zeigen Bilder aus fünf Kontinenten auf drei Leinwänden: links im Zeichen Mephistas die ältesten Bilder und Töne der jeweiligen Kultur, rechts im Zeichen Mephistos Bilder und Töne der apokalyptischen Gegenwart und in der Mitte im Zeichen Fausts, hin- und hergerissen zwischen Chronos und Kairos, die poetische Synthese.

Berlin-Premiere!

So 07.11. 16:00 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs


Das sind die Gewitter in der Natur

D 1988, 82 min, Regie: Werner Fritsch

Porträt des 80jährigen Knechts Wenzel, dessen Biographie voller phantastischer und traurig-komischer Episoden – bis hin zu einem Aufenthalt im KZ Flossenbürg – bereits dem Roman »Cherubim« zugrunde lag. »Erzählt wird von der Flucht in ein imaginäres Afrika, von den Bluttränen der stigmatisierten Therese von Konnersreuth. Verwunschen wie das bayrisch-tschechische Grenzland.« (Der Spiegel)

Mi 13.10. 19:00 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs; Moderation: Klaus Dermutz


Ich wie ein Vogel – Das Rad des Glücks

D 2008, 90 min, Regie: Werner Fritsch

Der dokumentarische Versuch, einer Stimmlosen eine Stimme zu verleihen. Die 90jährige Roma Sokola war 4 Jahre in Auschwitz, hat dort zwei eigene und zehn angeheiratete Kinder verloren, ihren Vater, ihre Geschwister, insgesamt über 30 Verwandte. Werner Fritsch dokumentiert die ungeheure Lebenskraft einer Überlebenden, kontrastiert die Dokumentaraufnahmen mit hessischen Landschaftsbildern und mit inszenierten Szenen aus seinem Stück »Das Rad des Glücks«, in dem Jennifer Minetti die alte Roma Courasch(e) spielt.

Mi 20.10. 19:00 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs


Kurzfilme

Monolog
D 2020, 30 min, Filmessay von Werner Fritsch
»Der deutsche Autor Werner Fritsch zeigt eine Reihe seiner Monologe, von ihm selber filmisch umgesetzt. Seiner Meinung nach ist der Monolog eine der Grundquellen allen Schreibens, und durch die Sprache kann man die »ursprünglichste Wahrheit« ausdrücken: aber nur der, der genug Sensibilität hat, sonst könnte man von der Sprache selbst als Geisel gehalten werden.
Bis auf einen lyrischen Monolog konzentrieren sich die anderen alle auf Gesellschaftskritik: Es gibt eine Idee von einer nahen Katastrophe, aber danach wird es eine bessere Welt geben.« (Playwriting Europe)


Labyrinth
D 1999, 12 min, Regie: Werner Fritsch
»Eine Art Selbstbildnis des Autors, Dramatikers und Filmemachers, erzählt in Form eines Traums. Unter anderem spielt er im Skulpturenpark des Bildhauers Erwin Wortelkamp im Westerwald. Neben Skulpturen sind auch »private« Bilder zu sehen. Fritsch hat seine Frau, seine Tochter und sich selbst aufgenommen, aber dokumentarische Elemente mischen sich auch hier mit mysteriösen, der Erzähler hängt seinen Gedanken nach: »Unentwegt Anfang und Ende«. In der Informationsgesellschaft werde normalerweise alles gezeigt. Er wolle, daß er ein Fünftel unerklärt bleibe und die Imaginationskraft der Zuschauer gefordert sei: »Ich öffne nur den Raum.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)


Disteln für die Droste
D 1997, 37 min, Ein Filmgedicht von Werner Fritsch
Porträt der Annette von Droste-Hülshoff. »Es ist ein phantastisches und sehr, sehr eigenständiges Film-Poem auf diese Gescheiterte und Verhinderte geworden, für die, ähnlich vielleicht wie für Fritsch, die Natur ein gewaltiger Raum der Projektionen, auch einer wüsten Freiheit, eines hierarchiefreien Nebeneinanders ist. Fritsch »dichtet« hier mit Bildern, auf eine verwegene und surreale Art, die sich einem aber beim Zusehen »berauschend« erschließt. An Fritschs Droste-Film kann man sehen, wie neues deutsches Kino auch ausschauen könnte.« (Die Woche)

Mi 27.10. 19:00 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs


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