Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:


Di 30

18:15  Toubab
20:00  Kurz.Film.Tour –
Der Deutsche Kurzfilmpreis:

Programm III

in Anwesenheit der Regisseurin Veneta Androva (»From my Desert«) und des Produzenten Guillaume Cailleau (»A Demonstration«)
22:00  Pankow ’95

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Fr 03

keine Vorstellung 

Sa 04

18:00  Harald Naegeli – Der Sprayer von Zürich
in Anwesenheit der Regisseurin Nathalie David
20:15  Toubab
22:00  Borga (OmeU)


Fortsetzung folgt…

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Filmreihe

Hommage an Nanni Moretti

18. November – 16. Dezember 2021

Nanni Moretti, 1953 in Bruneck (Südtirol) geboren, wurde bereits mit seinem ersten, auf Super 8 gedrehten Spielfilm als Wunderkind des italienischen Films gefeiert; die Vorstellung von »Io sono un autarchico« in dem römischen Klubkino Filmstudio führte zu lebhafter Debatte und Zustimmung und machte seinen Autor, der genau die Wellenlänge der Generation von ’77 getroffen hatte, schlagartig bekannt. Seit zweiter Film »Ecce bombo«, schon professioneller, aber immer noch »autark«, lief bereits auf dem Filmfestival Cannes. Sein Wechsel zur Filmindustrie mit »Sogni d’oro« spaltete das Publikum, doch mit dem darauffolgenden »Bianca« schloss Moretti den Kreis seiner introspektiven Filme mit einer persönlichen und peripheren Sicht auf die Gesellschaft, Nutella-Naschanfälle und andere Obsessionen inklusive. Ein Triumph, der ihn dazu bringt, seinen Horizont zu erweitern und neue Wege einzuschlagen: Die Krise einer Generation aus der Perspektive eines Priesters in »La messa è finita«, die Metapher des geliebten Wasserballs in »Palombella rossa«, das Tagebuch (»Caro diario« und »Aprile«) und die politische Analyse (der Dokumentarfilm »La cosa«, die Rolle des Botero in »Il portabors«, »Il caimano«). Die goldene Palme beim Filmfestival Cannes für den eindringlichen Film »La stanza del figlio« führt zu Werken von internationalem Rang wie »Habemus papam«, »Mia madre« und schließlich dem aktuellen »Tre piani«.


Als Vorfilm zeigen wir:

Il giorno della prima di Close-Up – Am Tag der Premiere von Close-Up
It 1995, 7 min
In Morettis Kino, dem »Nuovo Sacher« in Rom, steht die Premiere von Abbas Kiarostamis »Close-Up« (Iran 1990) unmittelbar bevor. Die Nervosität des Kinobetreibers überträgt sich auf seine Mitarbeiter.


Donnerstag, 18.11., 19:45 Uhr

Palombella rossa – Wasserball und Kommunismus (OmU)

Italien 1989, 89 minmin, Regie: Nanni Moretti, mit Nanni Moretti, Silvio Orlando, Mariella Valentini, Alfonso Santagata, Asia Argento, Remo Remotti, Marco Messeri

In der Folge eines Autounfalls hat Michele Apicella sein Gedächtnis verloren. Es stellt sich heraus, dass er Mitglied der Kommunistischen Partei ist und zudem für ein Wasserball-Turnier nominiert wurde. Im Verlauf des Spiels versucht er herauszufinden, warum er Kommunist wurde – Erinnerungen an seine Kindheit und an die Partei brechen über ihn herein.

Eine wilde Satire über den Zustand der italienischen Linken Ende der 80er Jahre.


Donnerstag, 25.11., 19:45 Uhr

Caro diario – Liebes Tagebuch… (OmU)

Italien 1993, 100 min, Regie: Nanni Moretti, mit Nanni Moretti, Silvia Nono, Renato Carpentieri, Antonio Neiwiller, Giulio Base, Carlo Mazzacurati, Jennifer Beals

In Form eines filmischen Tagebuchs entwickelt Nanni Moretti in drei Kapiteln sehr persönliche Gedanken über die Wechselbeziehungen von Gesellschaft und Individuum, über Kino und Fernsehen, über die kleinen und größeren "Wunder" des Lebens und Überlebens. Seine Vespa-Fahrt durch römische Vororte, seine Suche nach Ruhe auf den Liparischen Inseln, schließlich seine tragikomische Auseinandersetzung mit seiner Erkrankung und den ärztlichen Behandlungsversuchen gestalten sich als zeitgenössische, ebenso spielerische wie verspielte Odyssee, die geprägt ist von liebenswürdiger (Be) Sinnlichkeit und intelligentem Witz.


Donnerstag, 2.12., 19:45 Uhr

Aprile (OmU)

Italien 1998, 78 min, Regie: Nanni Moretti, mit Silvio Orlando, Nanni Moretti, Silvia Nono, Pietro Moretti, Corrado Stajano, Angelo Barbagallo

Der Wahlsieg der Linken und die Geburt seines Sohnes Pietro, prägende Erlebnisse im Leben von Nanni, geschehen im April. Neben den ihn überfordernden Vaterpflichten, die ihn beanspruchen, will Nanni aber auch einen politischen Dokumentarfilm über die Lage der Nation drehen, nachdem er seine ursprüngliche Idee, ein Musical um einen Konditor, aufgegeben hat.


Donnerstag, 9.12., 19:45 Uhr

La stanza del figlio – Das Zimmer meines Sohnes (OmU)

Italien 2001, 100 min, Regie: Nanni Moretti, mit Nanni Moretti, Laura Morante, Jasmine Trinca, Giuseppe Sanfelice, Claudio Santamaria

Psychoanalytiker Giovanni führt ein perfektes Mittelstandsleben, in dessen Zentrum der liebevolle Umgang mit seiner Frau und seinen zwei Kindern steht. Als Giovannis Sohn bei einem Tauchunfall ums Leben kommt, gerät Giovannis Leben aus den Fugen. Vater Giovanni macht sich Vorwürfe, für seine Psychoanalytikerpraxis den Sohn vernachlässigt zu haben, Mutter Paola versucht manisch, Andreas letzte Urlaubsbekanntschaften ausfindig zu machen, und Tochter Irene lässt ihren Aggressionen beim Basketball freien Lauf. Erst nachdem die drei ihre Trauer bis zum Äußersten ausgereizt haben, erscheint am Horizont ein Schimmer der Normalität.

Ausgezeichnet mit der Goldenen Palme in Cannes.


Donnerstag, 16.12., 19:45 Uhr

Habemus Papam (OmU)

Italien 2011, 104 min, Regie: Nanni Moretti, mit Michel Piccoli, Jerzy Stuhr, Renato Scarpa, Franco Graziosi, Camillo Milli, Roberto Nobile

Die Wahl eines neuen Papstes steht an. Von der Sixtinischen Kapelle steigt weißer Rauch auf. Man hat sich entschieden. Völlig überraschend wurde ein Außenseiter gewählt. Doch der designierte neue Papst hadert mit seiner schweren Aufgabe, hat Angst. Statt sich dem Volk auf dem Petersplatz zu zeigen, streift er durch die Straßen. Er spricht mit einem Therapeuten. Er will nicht Papst werden und dankt nach Tagen ab – Tagen, in denen der Vatikan mit Strategiedebatten und Presse zu kämpfen hat.


mit freundlicher Unterstützung von missingFILMs und Istituto Italiano di Cultura di Berlino (Italienisches Kulturinstitut Berlin)