Das Programmkino im Prenzlauer Berg
Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

heute:



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Mi 10

20:15  Moneyboys (OmeU)


Fr 12

keine Vorstellung 







Fr 19

keine Vorstellung 



Mo 22

20:00  Der laute Frühling
in Anwesenheit der Regisseurin Johanna Schellhagen




Fr 26

keine Vorstellung 

Sa 27

20:00  Mit 20 wirst du sterben (OmU)
in Anwesenheit des Produzenten Michael Heinrichs


Mo 29

20:30  EXBERLINER presents:
EXBLICKS
Preview: Ladybitch
(OmeU)
in presence of directors Marina Prados & Paula Knüpling


Mi 31



Fr 02

keine Vorstellung 



Fortsetzung folgt…

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Filmreihe

Werkschau Julian Radlmaier

12.–29. Mai 2022
in Anwesenheit des Filmemachers

»Komik schafft die Möglichkeit, sich spielerisch mit politischen Theorien auseinanderzusetzen.«

Zum Kinostart von »Blutsauger«, dem neuen Film von Julian Radlmaier, widmet das Lichtblick-Kino seinen politischen Komödien eine kleine Retrospektive.

Julian Radlmaier, geboren 1984, studierte Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin und anschließend und Kunstgeschichte in Berlin und Paris und Regie an der dffb – Deutsche Film- und Fernsehakademie. Währenddessen arbeitete er als Assistent von Werner Schroeter und hat filmtheoretische Schriften des französischen Philosophen Jacques Rancière übersetzt und herausgegeben. Seine zwei mittellangen Filme »Ein Gespenst geht um in Europa« und »Ein proletarisches Wintermärchen« sowie der abendfüllende Abschlussfilm »Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes«, in dem er selbst die Hauptrolle spielt, liefen weltweit auf renommierten Festivals (u.a. Berlinale, Rotterdam, Viennale, Rio, Melbourne, FICUNAM) und wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit zwei Preisen der deutschen Filmkritik. Sein neuer Spielfilm »Blutsauger« feierte 2021 in der Berlinale-Sektion Encounters Premiere und erhielt bereits in 2019 den Deutschen Drehbuchpreis.

Das preisgekrönte Drehbuch mit Illustrationen von Jan Bachmann und einem Essay von Sudlig Lie erscheint zeitgleich zum Kinostart beim August Verlag und ist auch im Lichtblick-Kino erhältlich.


Blutsauger

D 2021, 125 min, Buch & Regie: Julian Radlmaier, mit Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Alexander Herbst, Corinna Harfouch, Andreas Döhler, Daniel Hoesl, Mareike Beykirch, Kyung-Taek Lie, Darja Lewin Chalem u.v.a.

© Grandfilm

August 1928. Der sowjetische Fabrikarbeiter Ljowuschka wird als Trotzki-Darsteller für den Film »Oktober« des Regisseurs Sergei Eisenstein gecastet. Doch seine Träume vom Künstlerleben platzen, als der echte Trotzki bei Stalin in Ungnade fällt und er aus dem Film herausgeschnitten wird. So flieht der romantische Träumer aus der kommunistischen Heimat und will sein Glück in Hollywood versuchen. Noch steckt er allerdings in einem mondänen deutschen Ostseebad fest, wo er als verfolgter Aristokrat verkleidet das Geld für die Überfahrt nach New York zusammenstehlen will. Bei einem seiner Streifzüge lernt er die junge Fabrikbesitzerin Octavia Flambow-Jansen kennen, die die Sommermonate mit ihrem tölpelhaften Diener Jakob am Meer verbringt. Die exzentrische Millionärin interessiert sich für den geheimnisvollen Flüchtling und bietet ihm Unterschlupf in ihrem luxuriösen Herrenhaus. Schnell fliegt seine Tarnung auf, und noch schneller hat er sich in seine schillernde Gastgeberin verliebt – sehr zum Verdruss des literarisch ambitionierten Jakob, der ebenfalls für die Chefin schwärmt. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an – dumm nur, dass in der Gegend Vampire ihr Unwesen treiben. Und noch dümmer, das Octavia selbst ein Blutsauger ist.

Julian Radlmaiers neuer Film nach »Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes« erlebte seine Weltpremiere bei der 71. Berlinale 2021 im Wettbewerb »Encounters«. Schon vorab wurde das Drehbuch mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

Do 12.05. 20:15 Uhr
Sa 14.05. 19:30 Uhr
So 15.05. 21:00 Uhr
Mo 16.05. 18:00 Uhr
Di 17.05. 18:00 Uhr
Mi 18.05. 20:15 Uhr
Sa 21.05. 19:30 Uhr
So 22.05. 19:15 Uhr
Mo 23.05. 21:00 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs

Di 24.05. 19:30 Uhr
Sa 28.05. 21:45 Uhr
So 29.05. 19:45 Uhr

Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

D 2017, 99 min, Buch & Regie: Julian Radlmaier, mit Julian Radlmaier, Deragh Campbell, Kyung-Taek Lie, Beniamin Forti, Ilia Korkashvili, Zurab Rtveliashvili, Bruno Derksen, Anton Gonopolski, Johanna Orsini-Rosenberg, Mex Schlüpfer

© Grandfilm

Ein bürgerlicher Windhund gesteht, wie er vom Filmemacher zum Vierbeiner wurde: Weil er gerade keine Förderung bekommt, sieht Julian sich gezwungen, einen Job als Erntehelfer anzunehmen. Als er der jungen Kanadierin Camille weismacht, es handele sich dabei um die Recherche für einen kommunistischen Märchenfilm, in dem sie die Hauptrolle spielen soll, will sie ihn begleiten, und Julian spinnt romantische Fantasien. So landen die beiden in der trügerischen Idylle einer ausbeuterischen Apfelplantage. Während Julian unter der körperlichen Arbeit leidet und sich vor den merkwürdigen Zimmergenossen in den Containerbaracken fürchtet, stürzt sich Camille enthusiastisch in die vermeintliche Recherche und freundet sich mit Hong und Sancho an, zwei wundergläubigen Proletariern auf der Suche nach dem Glück. Für Julian wird es zunehmend schwieriger, den kommunistischen Filmemacher zu performen, außerdem kommt ihm ein Vorzeigearbeiter mit amerikanischen Träumen in die Quere, ein stummer Mönch mit magischen Kräften und einem Sprung in der Schüssel tritt auf, die Plantagenbesitzerin wird versehentlich getötet, und eine versuchte Revolution endet in Ratlosigkeit. Da kommen die Spatzen in den Bäumen mit einem unerhörten Plan…

Mi 25.05. 21:00 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs

Sa 28.05. 19:45 Uhr

Ein proletarisches Wintermärchen

D 2014, 63 min, Regie: Julian Radlmaier, mit Natia Bakhtadze, Sandro Koberidze, Ilia Korkashvili, Lars Rudolph, Katja Weilandt, Willem Menne, Christoph Förster

© dffb – Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

Drei junge Georgier müssen im Auftrag eines Gebäudereinigungsunternehmens ein Berliner Schloss putzen, in dem am Abend die Sammlung zeitgenössischer Kunst eines deutsches Rüstungsunternehmens präsentiert werden soll. Bei diesem Anlass ist das Proletariat natürlich unerwünscht und wird in eine Dachkammer verbannt. Unten jedoch lockt ein köstliches Buffet – warum sich nicht einfach über dieses ungerechte Ausgangsverbot hinwegsetzen, die räumlichen Demarkationslinien der Klassengesellschaft übertreten? Und überhaupt, begann die französische Revolution nicht auch mit einem Stück Torte? Indem sie sich wild fabulierende Geschichten erzählen, die von einem Abenteuer des heiligen Franz von Assisi bis zu einer spiritistischen Séance in der Sowjetunion reichen, versuchen die drei, eine Antwort auf die Fragen zu finden, ob sich Klassenverhältnisse überwinden lassen, wo doch alle überlieferten Geschichten dagegen sprechen – während sie ganz nebenbei mit nahezu messianischer Faulheit eigensinnigen Wolken, neoliberalen Arbeitsverhältnissen, den letzten hórvathschen Kleinbürgern und den Akteuren einer wirren spätkapitalistischen Verschwörung trotzen. Ein proletarisches Wintermärchen, eben.

Mo 23.05. 19:30 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs

Sa 28.05. 18:30 Uhr

Ein Gespenst geht um in Europa

D 2012, 46 min, Regie: Julian Radlmaier, mit Giorgi Korkashvili, Zurab Rtveliasvili, Jan Bachmann, Katja Weilandt, Willem Menne, Philip Reuter, Max Linz, Julian Radlmaier

Berlin, ein Sommer in Zeiten des Neoliberalismus: das Gespenst der sowjetischen Avantgarde spukt in der Stadt. Ein junger georgischer Zeitarbeiter wird in der eigenen Küche vom Geist des russischen Revolutionsdichters Wladimir Majakowski überrascht. Währendessen macht sein Freund Kasimir ein Millionenerbe, doch was tun mit all dem Geld? Gerahmt von einer Zeitreise in das 19. Jahrhundert Gustave Flauberts und dem Dreh eines deutschtümelnden Melodrams für das deutsche Fernsehen, folgt der Film den Abenteuern dieser drei Figuren durch das heutige Berlin. Eine suprematistische Digital-Komödie über die Übertragung emanzipatorischer Energien.

Mi 25.05. 19:30 Uhr

in Anwesenheit des Regisseurs

Sa 28.05. 17:30 Uhr