Das Programmkino im Prenzlauer Berg
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Zur Zeit finden im Lichtblick-Kino keine Veranstaltungen statt.

kurz gesehen Spezial

Der Kurzfilmtag im Lichtblick-Kino

Montag, 21.12., ab 16:30 Uhr

Am 21.12. – dem kürzesten Tag des Jahres – wird in Deutschland der Kurzfilm gefeiert. Wir zeigen in fünf ausgesuchten Kurzfilmrollen eine bunte Mischung für jeden Geschmack.


16:30 Uhr
Tricks für Kids – DEFA-Animationsfilme
Kinderfilmprogramm (4–8 Jahre)

Alarm im Kasperletheater
DDR 1960, 16 min, Regie: Lothar Barke
Nachts zwischen zwölf und eins geht es im Kasperletheater lustig zu. Kasper, Gretel, die Hexe, der Räuber, der König und das Krokodil, sie alle essen Pfannkuchen für ihr Leben gern. Da hätte ihnen beinahe der kleine Teufel den Spaß verdorben. Er verschwand nämlich mit sämtlichen Pfannkuchen. Sofort machten sich alle zur Verfolgung über Land und Wasser auf.

Vom Fröschlein und seinem Reifen
DDR 1964, 4 min, Regie: Heinz Nagel
Ein junges Fröschlein springt aus dem Teich, um die Welt zu beäugen. Es findet sie wunderschön, denn es kennt noch nicht die Gefahr, die ihm vom Storch droht. Beinahe wird es gefressen, aber es kann sich retten, indem es dem Storch seinen Spielzeugreifen in den Schnabel klemmt.

Bei der Feuerweher wird der Kaffee kalt
DDR 1970, 18 min, Regie: Rudolf Schraps
Laufend schrillt bei der Feuerwehr die Alarmglocke, denn Sturm und Feuer richten Schaden an und Tiere müssen gerettet werden. Die Feuerwehrleute kommen nicht dazu, ihre Kaffeepause zu halten. Das trifft den Jüngsten der Einsatzgruppe am härtesten, denn ihm knurrt schon der Magen, wenn er nur die Möglichkeit einer Essenspause wittert.

Großvaters Suppenkessel
DDR 1986, 16 min, Regie: Walter Eckhold
Die Eltern schicken ihr Drachenkind zum Großvater, weil es unterentwickelt ist und er die besten Suppen zu kochen vermag. Dort soll es sich herausfuttern. Doch die Hexe Krakelia hat dem Opa den Kessel gestohlen. Großvater und Enkel tun sich zusammen, um die Alte zu überlisten. Dabei entwickelt der kleine Drachen beachtliche Talente, die ihm Anerkennung einbringen.


18:00 Uhr
David und Goliath – Einer gegen alle
Animationsfilme aus den Archiven der Deutschen Kinemathek

Die Filme skizzieren Auf- und Ausbrüche des Einzelnen aus den Zwängen seiner Umgebung und zeugen dabei von künstlerischer Vielfalt und individueller Ausdruckskraft. Einprägsam spiegeln sie auch die gesellschaftlichen Umbrüche Anfang der 1960er bis in die 1990er Jahre in beiden deutschen Staaten wider.

Das Unkraut
BRD 1962, 11 min, Regie: Wolfgang Urchs
Wolfgang Urchs amüsante politische Metapher entwirft das Bild einer Kleinstadt, in der alles seine bürokratische Ordnung hat, bis ein kleines Unkraut das System ins Wanken bringt, indem es wächst und wächst und wächst.

Gegner nach Maß
DDR 1964, 5 min, Regie: Bruno J. Böttge
Eine Schere erschafft mit schnellen Schnitten ein kleines Männchen mit Boxhandschuhen. Von seiner Kraft überzeugt, sucht er sich einen Gegner nach Maß und trifft auf einigen Widerstand.

Der Schneider von Ulm
DDR 1980, 14 min, Regie: Lutz Dammbeck
Basierend auf Bertolt Brechts Gedichten entwirft Lutz Dammbeck eine fantastische Farbwelt, in der ein Schneider vom Fliegen träumt und den Bischof der Stadt damit herausfordert.

Die Lösung
DDR 1988, 4 min, Regie: Sieglinde Hamacher
Auf einer Telegraphenleitung aufgereiht, sitzt ein Schwarm Vögel und folgt den Anweisungen des Chefs. Ein kleiner Vogel pfeift drauf und fordert die Ordnung heraus.

Sitis
DDR 1990, 11 min, Regie: Rainer Schade
Mitten hinein in eine schwarzweiß gezeichnete Welt, umgeben von einer nicht enden wollenden Mauer, wird ein Kind geboren. Es wächst heran und macht sich auf den Weg, die Mauer zu durchqueren. Doch der Aufbruch endet vor einem verschlossenen Tor.

David und Goliath
DDR 1981, 5 min, Regie: Sabine Meienreis
Stoffe, Formen, Farben und Musik korrespondieren als buntes Miteinander auf der Leinwand und spielen mit dem Motiv einer gegen alle.

Neulich 1
BRD 1998/99, 4 min, Regie: Jochen Kuhn
Alltagsbeobachtung des Filmemachers aus einem Stehcafé heraus und Verwunderung darüber, was jeder so an Gepäck mit sich herum trägt.


19:00 Uhr
Der Tanger-Mythos
2 Kurzfilme von Frieder Schlaich

in Anwesenheit des Regisseurs
© Filmgalerie 451

Paul Bowles: Am Strand von Merkala (OmU)
D 1992, 30 min, Regie/Buch: Frieder Schlaich, Kamera: Volker Tittel, mit Samir Guesmi, Khaled Ksouri, Sondos Belhassen, Paul Bowles, nach einer Erzählung von Paul Bowles
Die Kurzgeschichte, auf der der Film basiert, kommentiert persönlich der berühmte amerikanische Schriftsteller Paul Bowles:
»In der Geschichte ›Am Strand von Merkala‹ versuche ich zu zeigen, dass das Rauchen von Cannabis weitaus vernünftiger ist als das Trinken von Alkohol.«
»Am Strand von Merkala« (aka »Die Geschichte von Lahcen und Idir«) erzählt von zwei jungen Männern in Tanger, von denen einer lieber Kif raucht, während der andere lieber Alkohol trinkt; als sich beide in dasselbe schöne Mädchen verlieben, wird ihre Freundschaft auf eine ultimative Probe gestellt.

Patti Smith: Three Stones for Jean Genet (OmU)
D 2014, 7 min, Regie: Frieder Schlaich mit Patti Smith
»Der kleine Film ist ein Geschenk, man kann sich so etwas nicht ausdenken«, sagt Regisseur Frieder Schlaich über seinen Kurzfilm.
Im April 2013 besucht die amerikanische Rock-Sängerin Patti Smith das Grab von Jean Genet in Larache / Marokko. Sie bringt ihm drei Steine, die sie seit mehr als 30 Jahren in einer Streichholzschachtel bei sich trägt.

Frieder Schlaich, geb. 1961 in Stuttgart, ist ein deutscher Produzent und Regisseur.
Nach dem Studium der Visuellen Kommunikation an der Akademie der Bildenden Künste in Hamburg erhält sein Debütfilm »Paul Bowles – Halbmond, der auf Kurzgeschichten von Paul Bowles basiert, zahlreiche Auszeichnungen und internationales Kritikerlob. Sein anschließender Film »Otomo«, mit Isaach de Bankolé und Eva Mattes in den Hauptrollen besetzt, beruht auf der wahren Geschichte eines afrikanischen Asylbewerbers 1989 in Stuttgart.
Neben seinen eigenen Regiearbeiten produziert er Filme unterschiedlicher Künstler, wie Christoph Schlingensief (»The African Twin Towers« mit Patti Smith u.a.), Werner Schroeter (internationale Co-Produktion »Nuit de chien«), Heinz Emigholz (»The Airstrip«, »Perret«, »Parabeton«) u.a.
Mit der »Filmgalerie 451« betreibt Frieder Schlaich zusammen mit Irene von Alberti seit 1992 ein DVD-Label, einen Kinoverleih und eine Filmproduktion.


20:00 Uhr
interfilm presents:

Confrontations Competition Winners 2015

Szenenfoto »Ave Maria«

Bei interfilm, dem internationalen Kurzfilmfestival Berlin, werden seit 2001 im Themen-Wettbewerb »Confrontations – Filme gegen Gewalt und Intoleranz« Kurzfilme präsentiert, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Konflikten auseinandersetzen.

Lookout
Short Fiction, Israel 2014, 18:00 min, Regie: Noa Gusakov
Timmy ist Späherin beim israelischen Militär. Um sich von ihrem Alltag abzulenken, baut sie sich eine spielerische Fantasiewelt.

The Culprit
Short Fiction, Österreich 2015, 3 min, Regie: Michael Rittmannsberger
Ein junger Mann wird eines Verbrechens angeklagt. Er gesteht, zeigt jedoch keine Reue. Im Gegenteil: Er gibt sich stolz und voller Leidenschaft.

Shok
Short Fiction, England/Kosovo 2015, 21 min, Regie: Jamie Donoughue
Die Freundschaft zweier Jungen wird auf die Probe gestellt, als sie im Kosovokrieg um das nackte Überleben kämpfen müssen.

Spectrum
Griechenland 2014, 11:30 min, Short Fiction, Regie: Dimitris Gkotsis
Eine kurze Episode im Leben von fünf Personen im Herzen von Athen wirft ein Licht auf die Machtverhältnisse zwischen ihnen und den Einfluss, welchen die prekäre Lage des Landes auf ihren Alltag hat.

Dinner for Few
Animation, Griechenland 2014, 10 min, Regie: Nassos Vakalis
Eine Allegorie auf unser modernes kapitalistisches System, in dem einige Wenige ein dekadentes Mal genießen, während für andere nur die Reste bleiben.

Ave Maria
Short Fiction, Frankreich/D/Palästina 2015, 14:30 min, Regie: Basil Khalil
Die stille Routine von fünf Nonnen in der Wüste wird auf den Kopf gestellt, als eine israelische Siedlerfamilie vor dem Kloster eine Panne hat. Und das auch noch kurz vor Sabbat.

Démontable
Animation/Short Fiction/Experimental, Niederlande 2014, 12 min, Regie: Douwe Dijkstra
Der Krieg über dem Frühstückstisch. Während die Welt brennt, wird Kaffee getrunken.


21:30 Uhr
Georges Méliès –
Le voyage dans la lune (Die Reise zum Mond)
und andere Kurzfilme
(OmU)

Le voyage dans la lune: Frankreich 1902, 16 min Regie: Georges Méliès

Der französische Zauberkünstler und Regisseur Georges Méliès gründete 1896 eines der ersten Filmstudios der Geschichte und entwickelte u.a. die Stop-Motion-Technik. Leider verschwand ein Großteil seines Werkes auf tragische Weise – Méliès musste nach seinem Bankrott 1200 Filme als Material an die Schuhindustrie verkaufen. Von den 200, die erhalten geblieben sind, zeigen wir – neben der lange verschollen geglaubten und 1993 wiederentdeckten »Die Reise zum Mond« – einige Perlen.